Kirch-Verfahren
Ermittlungen gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen

Neuer Ärger für Jürgen Fitschen: Der Co-Chef der Deutschen Bank steht in Verdacht, im Kirch-Prozess nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ob Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest.
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MünchenIm langjährigen Rechtsstreit der Deutschen Bank mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch gerät jetzt auch Co-Chef Jürgen Fitschen ins Visier der Staatsanwaltschaft. Fitschen werde des versuchten Prozessbetrugs verdächtigt und deshalb als Beschuldigter geführt, bestätigte ein Sprecher der Münchner Strafverfolger am Montagabend einen entsprechenden Bericht von „Spiegel Online“.

Der Top-Banker, dessen Vertrag gerade erst um zwei Jahre bis 2017 verlängert worden ist, steht wie Vorgänger Josef Ackermann im Verdacht, im Schadenersatzprozess der Kirch-Erben gegen die Bank nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Der 65-Jährige hat bereits ein anderes Ermittlungsverfahren am Hals – gegen ihn wird in Frankfurt wegen Umsatzsteuerhinterziehung ermittelt. Ob gegen Fitschen Anklage erhoben werde, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher.

Die Deutsche Bank bestätigte, dass Fitschen über die Ermittlungen in Kenntnis gesetzt worden sei. Es gehe um den Verdacht, dass während der Beweisaufnahme bewusst unwahre Angaben gemacht worden seien. „Die Bank ist davon überzeugt, dass sich der Verdacht als unbegründet erweisen wird.“

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, die Pleite seines Medienkonzerns 2002 mitverschuldet zu haben. Familienmitglieder und Ex-Manager des Kirch-Imperiums fordern vom größten deutschen Kreditinstitut Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Die Ermittler prüfen, ob Vertreter der Deutschen Bank im Zivilverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München falsche Angaben gemacht haben, um die Ansprüche der Kirch-Seite abzublocken. Nach Durchsuchungen der Bank führte die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen dazu, dass nun auch Fitschen als Beschuldigter geführt wird. „Unsere Ermittlungen legen den Verdacht nahe, dass er eine Mitverantwortung dafür hat“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Behörde gebe Fitschens Verteidigern derzeit Gelegenheit zur Akteneinsicht und zur Stellungnahme.

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Mehr als vier Milliarden Euro zurückgelegt

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  • Peter Heimig (74) vormals Founder of Tax Free Shopping Europe bzw. Investor auf „Rügen“ (Wahlkreis Merkel!!) fragt: wie entsorgt man sich, wenn man keine ev. lukrativste Pfründe für juristischen Beistand/Hilfe vergeben kann? (vgl. Dr. Gauweiler, den ich schätze, der aber für meinen Renten-Geldbeutel trotz zäher Versuche „Kennwort Mimose-Blumen“ – nicht erreichbar ist.)
    Nebenbei: wird sich Herr Ackermann nicht an mein Dossier bereits vor Jahren erinnern wollen. Leo Kirch hatte damals mehr Mitgefühl für meine (-seine) Situation) www.peter-heimig.com wegen www.peter-heimig.de – die Presse vgl. „Pressefreiheit nicht wie 1933“: „NSA -Merkel – NSU – 9/11“ im Internet als Ablenkungsmaschine.
    Mir wurde trotz gr. Übersicherung – mit dubiosen „Gutachten“ mein Konto geschlossen, eine ähnliche Suppe (dann Schufa und platt) nach meiner Meinung zubereitet- wie Familie Leo Kirch.
    Früher hat man solche „Enteignungen“ in Erinnerung der heutigen Progromnachts-Woche klar definiert – jetzt gibt es andere Methoden und Bezeichnungen. Wie lange gilt in Deutschland noch die Unschuldsvermutung – wenn sich jemand fremdes Vermögen unter den Nagel reisen will – mit goldenem Handschlag für bestimmte Banker – Politiker – Presse- (-wer sind die neuen Käufer weltweit? ISBN C.H. Beck: Wem gehören die Medien? vgl. Peter Heimig in „Newsweek“)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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