Klage gegen die Abwicklungsbank
Heta fürchtet die Insolvenz

Heta-CEO Prinz von Schoenaich-Carolath stellt klar: Die Abwicklungsbank der Hypo Alpe Adria will nicht Opfer der Hypo Real Estate werden. Das Landgericht entscheidet am Freitag über die Klage der Frankfurter Bad Bank.

WienMit Bangen erwartet die österreichische Heta Asset Resolution AG, Abwicklungsbank der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria, den Urteilsspruch des Frankfurter Landgerichts am Freitagmittag. Dort klagt die FMS Wertmanagement, die Bad Bank der Hypo Real Estate, als Gläubigerin. Die Heta ist wegen des wahrscheinlichen Richterspruchs in höchster Alarmbereitschaft.

„Wir befürchten einen durch das Urteil in Gang gesetzten Prozess, der unbeabsichtigt zur Insolvenz der Heta führen kann“, sagte Heta-CEO Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath dem Handelsblatt in Wien. „Die vorläufige Vollstreckbarkeit der Entscheidung des Landgerichts Frankfurt birgt die Gefahr, die Heta in die Insolvenz zu schicken. Das wäre für die Gläubiger der Heta fatal.“ Bei einer Insolvenz würden alle Gläubiger schlechter dastehen als bei einer geordneten Abwicklung.

Sollte das Urteil sofort vollstreckt werden, können Gläubiger selbst bei einer Berufung der Heta auf Vermögenswerte der Bad Bank der Hypo Alpe Adria zugreifen. Dafür müssten sie eine entsprechende Sicherheit hinterlegen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) könnte dann gezwungen sein, eine Insolvenz der Heta anzuordnen, da es sonst zu einer Ungleichbehandlung der Gläubiger käme kommen würde. Schließlich würden nur diejenigen Gläubiger Geld erhalten, die auch erfolgreich vor dem Gericht in Frankfurt geklagt haben. Insgesamt sind in Frankfurt Klagen von elf Gläubiger-Gruppen gegen die Heta anhängig. Der Gesamtstreitwert beläuft sich laut Heta auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Prinz von Schoenaich-Carolath warnt die Gläubiger vor einem aus seiner Sicht großen Risiko. „Sollte es zu einer Insolvenz kommen, droht ein Wertverlust von mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde Euro, da wir nicht wie geplant die Assets geordnet verwerten können“, sagte der Heta-CEO dem Handelsblatt in Wien. „Wir wollen eine geregelte Abwicklung vorantreiben. Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer.“ Denn ein Insolvenzverwalter würde die Darlehen, aber auch werthaltigen Immobilien wie Einkaufszentren und Bürohäuser möglichst schnell und damit unter dem Marktwert losschlagen.

Auch für die FMS könnte der Richterspruch unangenehme Folgen haben. „Wenn ein Gläubiger indirekt eine Insolvenz der Heta auslösen würde, muss er auch für die Folgen einstehen. Das hätte eine Prozesslawine zur Folge. Dabei verdienen nur die Anwälte, die Gläubiger verlieren hingegen Geld“, warnt Prinz von Schoenaich-Carolath. „Gläubiger würden mit einer Vollstreckung das hohe Risiko eingehen, selbst in Haftung genommen zu werden, weil sie verschuldensunabhängig andere Gläubiger schädigen. Das wäre insbesondere für das Land Kärnten, aber auch für einen Insolvenzverwalter und für andere Gläubiger ein aufgelegter Elfmeter.“

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