Klage wegen Veruntreuung: Vorstand der BayernLB soll vor Gericht

Klage wegen Veruntreuung
Vorstand der BayernLB soll vor Gericht

Sämtliche ehemalige Vorstände der BayernLB sollen sich nach einem Zeitungsbericht vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft soll eine Anklage wegen Veruntreuung vorbereiten.
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Die Münchner Staatsanwaltschaft will laut „Süddeutsche Zeitung“ den gesamten ehemaligen Vorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB) wegen des Kaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor Gericht bringen. Die Anklage wegen Veruntreuung von Bankvermögen werde derzeit vorbereitet und solle in den nächsten Wochen vorliegen, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf Justizkreise.

Mit dem Prozessbeginn beim Münchner Landgericht sei frühestens im Herbst zu rechnen, das Verfahren könne bis zu einem Jahr dauern.   Die Staatsanwaltschaft selbst wolle sich während der laufenden Ermittlungen nicht äußern, berichtete die Zeitung. Die früheren Vorstandsmitglieder der Bank haben den Kauf stets verteidigt und betont, nicht gegen Gesetze verstoßen zu haben.

Nur durch die Finanzkrise sei der Deal zu einem Milliardengrab für die Bank - und damit für den Steuerzahler - geworden.  Die HGAA-Übernahme 2007 hat den Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro gekostet. Mittlerweile ist die Kärntner Bank, mit der die BayernLB eigentlich in Osteuropa expandieren wollte, an Österreich verschenkt worden. Immer neue Kreditausfälle hatten die Münchner dazu bewogen, die Notbremse zu ziehen.

Ein Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag kam mehrheitlich zu dem Ergebnis, dass die Landesbank die HGAA nie hätte kaufen dürfen. Die BayernLB geht bereits gegen die damals an der Transaktion beteiligten Vorstände vor. Sie müssen mit Schadenersatzansprüchen rechnen.  

Der frühere Bankvorstand Gerhard Gribkowsky wehrte sich indessen über seinen Anwalt gegen den Vorwurf, er habe beim umstrittenen Formel-1-Geschäft der Bank 2006 den Chef der Auto-Rennserie, Bernie Ecclestone, erpresst. Laut „Spiegel“ bestreitet Gribkowskys Anwalt Reinhard Höß vehement, dass sein Mandant den Formel-1-Boss vor dem Verkauf eines BayernLB-Pakets an der Rennsportserie massiv unter Druck gesetzt habe. „Er verfügte über kein spezielles Wissen“, sagte Höß dem Nachrichtenmagazin, „sondern nur über allgemein zugängliche Informationen, die den britischen Steuerbehörden zu diesem Zeitpunkt ohnehin bekannt waren.“ Das Magazin „Focus“ hatte vorab berichtet, die Münchner Staatsanwaltschaft prüfe einen Erpressungsverdacht gegen Gribkowsky.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klage wegen Veruntreuung: Vorstand der BayernLB soll vor Gericht"

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  • Beste Beispiel KSB Frankenthal hat sogar eine Stiftung für solche Personalfluktuationen eingerichtet.


  • Politische Amigos sorgen fuer einen sauberen Ausgang.
    Ihr werdet doch nicht ernsthaft in Erwaegung ziehen, dass hier irgendjemand eine Strafe erhaelt. Ausser Hintermaenner aus Kroatien packen im politischen Kampf r aus. Wenig wahrscheinlich. Die Gelder sind weg und gut verbunkert.
    Und die Bayern sind unschuldig bzw. stellen sich bloed. Hr. Stoiber, Sie wussten als Landesfuerst wirklich nada ?

  • Dann wäre der Aufsichtsrat wohl wenigsten wegen Beihilfe "dran".

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