Kleiderordnung
Goldman Sachs ganz lässig

Nadelstreifen ade: Die Techniker von Goldman Sachs brauchen künftig nicht mehr im Schlips zu kommen. Damit folgt die Investmentbank einem Trend ihrer Branche. Auch JP Morgan hat eine ähnliche Lockerung der Vorschriften.
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New YorkAb sofort gilt für alle Techniker bei Goldman Sachs eine lässige Kleidervorschrift, sie dürfen sich kleiden wie in der Freizeit. „Ich hoffe, diese Initiative verbessert die Arbeitsumgebung und die Befindlichkeit unserer Mitarbeiter“, heißt es in einer Hausmitteilung. Rund 9000 Mitarbeiter, etwa ein Viertel der Belegschaft, arbeiten in technischen Berufen.
Die Lockerung gilt mit einer Einschränkung: „Bitte urteilen Sie sorgfältig, wann sich aus den Umständen doch die Notwendigkeit ergibt, sich geschäftsmäßig zu kleiden, insbesondere bei Treffen mit Kunden.“ Diejenigen Techniker, die ohnehin in „kundennahen“ Abteilungen arbeiten, sollten immer entsprechend gekleidet sein.

JP Morgan hat eine ähnliche Vorgabe gemacht. Zum Teil sind auf der Webseite sogar Videos mit lässig gekleideten Bankern zu finden. Dort gilt allgemein die Regel, sich den Umständen entsprechend zu kleiden, also zum Beispiel bei Treffen mit Kunden deren Erwartungen zu entsprechen. Eine klare Trennung wie bei Goldman gibt es nicht. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon zeigt sich ganz gerne mit Anzug und offenem Hemdkragen. Zum Teil tragen seine Banker auch Jeans.

Banken werden immer mehr zu Technik-Unternehmen. Der Handel am Kapitalmarkt läuft heute zum Teil über Algorithmen, Informationssysteme und die automatisierte Abwicklung von Geschäften spielen eine immer wichtigere Rolle.

Vor dem Hintergrund stehen die Banken auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu Technik-Unternehmen, die zum Teil sehr gut bezahlen und einen lässigen Stil im Büro pflegen.
Nadelstreifen und Investmentbanking waren einmal der Traum der Ehrgeizigen, heute können Google & Co. locker mithalten. Außerdem werden allgemein im Geschäftsleben die Sitten lässiger.

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