Kommentar
Der Ehrgeiz des Managements ist gefährlich

Die Commerzbank hat im Sommer mehr Staatshilfen zurückgezahlt als gut für sie war. Das ehrgeizige Management hat die derzeitigen Probleme mitzuverantworten.
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FrankfurtDie Commerzbank hat einen neuen Finanzchef gefunden. Heute tagt der Aufsichtsrat und soll den Neuen küren. Der Mann ist um seinen Höllenjob nicht zu beneiden. Denn er hat gerade einmal sieben Monate Zeit, um die vermutlich fünf Milliarden Euro große Lücke zu schließen, die der europäische Stresstest in die Kapitaldecke der Bank gerissen hat. Diese Aufgabe galt schon als schwer, als alle noch glaubten, die Bank brauche „nur“ 2,9 Milliarden Euro.

Nun wäre es nicht das erste Mal, dass der Commerzbank ein Coup gelingt. Vor einem Jahr hätte schließlich auch kaum jemand geglaubt, dass die Bank im Frühsommer eine elf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung durchzuziehen und auf einen Schlag den Großteil ihrer Staatshilfen zurückzahlen würde. Doch wie sich nun herausstellt, ist die Bank damals ein Risiko eingegangen, das sich nun bitter rächt.

Denn die Bank überwies dem Staat nicht nur die Erlöse aus der Aktienplatzierung, sondern legte noch rund drei Milliarden Euro drauf. Bei diesem Geld handelte es sich um „überschüssiges“ Eigenkapital, wie die Führungsspitze des Instituts damals glaubte.

Hätte die Bank dieses Geld behalten, der Stresstest wäre für die Bank eine relativ leicht zu nehmende Hürde. Nun musste im Frühsommer noch niemand wissen, wie sehr die Schuldenkrise bald darauf  eskalieren würde. Doch ein vorsichtiger Kaufmann hätte ja vielleicht zumindest etwas befürchten können. Warum sonst stieß die Deutsche Bank im gleichen Quartal den Großteil ihrer italienischen Staatsanleihen ab?

Sicher, hinterher lässt sich so etwas immer leicht sagen. Aber das ändert nichts daran, dass nicht allein die europäische Schuldenkrise und das miserable Krisenmanagement der europäischen Regierungen für die aktuellen Probleme der Commerzbank verantwortlich sind. Die Führungsspitze der Bank hat mit ihrer ehrgeizigen Entscheidung auch ihren Teil dazu beigetragen.

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  • Besonders interessant finde ich in Hinsicht auf die Rückzahlung der Hilfen des Staats,
    die damals getätigte "Einmalzahlung" in Höhe von 1,03 Milliarden Euro.
    Diese sollte dem Bund durch die vorzeitige Rückzahlung der stillen Einlage in diesem Jahr entgangene Zinsen entschädigen.
    Jetzt allerdings wird die CoBa wohl nach deutschem Recht auch in diesem Jahr keinen Gewinn einfahren,
    sprich die Einlage wäre gar nicht zu verzinsen.

    Mit welchem Recht also hat Blessing einfach mal so Zinsen auf die Einlage bezahlt,
    wo eigentlich keine fällig wären?
    Ist das nicht Veruntreuung wenn Blessing einfach mal so 1,03 Milliarden verschenkt?

    Er sollte dieses Geld sofort zurückfordern,
    ansonsten sollte jeder Aktionär Klage erwägen.

    MfG.

  • Geld als solches, um sich was davon zu kaufen ist dem Psycho wohl schnuppe.
    Was den interessiert ist seine absolute und unumschränkte Verfügungsgewalt über "Seine" Dresdener Bank, mit der er der Deutschen Bank, die ihn ja wohl bei seineer Bewerbung verschmäht hat (So ein Ehrgeizling bewirbt sich bei allen entsprechenden Instituten, wenn er von der Ausbildung in den Job muss!), zeigen will, was eine Harke ist.
    Kurz: er ist machtbesessen. Freudianer würden sagen: er muss! muss! muss! den größten Pimmel haben.
    B. ist ein Muster für die menschliche Armut in Führungsetagen, eine 100%ige Niete in Nadelstreifen, die immer ihren persönlichen Ehrgeiz mit etwas Wertvollem an sich verwechselt. Das er nicht zu befriedigen ist, sagt aber einiges über das quasi endlose Ausmaß seiner Minderwertigkeitsgefühle.

    Das Schicksal vieler Tausender Mitarbeiter, Aktionäre und Kunden hängt an Seinen Entscheidungen. Daran geilt er sich auf und damit spielt er russisch Roulette.

    Besser wäre, er suchte sich einen Revolver und spielte im stillen Kämmerlein.

  • "Ehrgeiz" ist wohl das falsche Wort. Dies unterstellt, dass der Vorstand das Ansehen der Bank bessern wollte.

    Viel wahrscheinlicher ist doch, dass man die persönlichen Gehalts- und Bonibeschränkungen loswerden wollte!

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