Kommentar
Der große Befreiungsschlag!

Die Sorgen sind vorerst vom Tisch, denn die Botschaft für die Börsen ist klar: Wenn Investorenlegende Buffett mit Milliarden bei der Bank of America einsteigt, kann es um die Branche nicht so schlecht bestellt sein.
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FrankfurtEs ist das Signal, auf das viele an der Börse seit Wochen gewartet haben. Es ist ein Vertrauensvorschuss für die ganze Branche. Und es ist die Rehabilitation für einen Chef, dem zuletzt viele nicht mehr geglaubt hatten. Dass die US-Investorenlegende Warren Buffett der angeschlagenen Bank of America mit fünf Milliarden Dollar zu Hilfe springt, hat eine weit größere Strahlkraft, als es die pure Nachricht vermuten lässt. Wochenlang hatte Bankchef Brian Moynihan versucht, die Investoren zu beruhigen. Stets betonte er, dass die Altlasten – speziell der Immobilienfinanzierer Countrywide – der Bank nicht gefährlich werden können. Man habe genügend Kapital in der Kasse und werde zudem das verkaufen, was nicht zum Kerngeschäft gehört.

Doch mit jedem Beteuern nahm an der Börse die Zahl derer zu, die ihm nicht glaubten. Sie waren der Meinung, dass die Vermögenswerte weit weniger wert wären, als in der Bilanz steht. Immer weiter geriet die Aktie unter Druck. Bis am Mittwoch die ersten Analysten umschwenkten. Ein Minus von 60 Prozent in einem halben Jahr sei für die nach Vermögenswerten nach wie vor größte Bank der USA übertrieben, hieß es. Sofort reagierten die Börsen. Heute folgt der Befreiungsschlag. Mit Warren Buffett als Großinvestor waren schließlich schon General Electric und Goldman Sachs gut durch Krisen gekommen.

Doch nicht nur die Bank of America profitiert, sondern im Gefolge davon der gesamte Bankensektor und mit ihm die gesamte Wirtschaft. Stets lag in den vergangenen Wochen die Angst über dem Land, ähnlich wie damals Lehman Brothers könne eine weitere namhafte Bank kippen und damit die gesamte Wirtschaft nach unten reißen. Mehr oder weniger unausgesprochen war es die Bank of America, die als Lehman-Nachfolger gehandelt wurde.
Diese Sorgen sind nun vorerst vom Tisch. Wenn Buffett einsteigt, dann kann es um die Branche nicht so schlecht bestellt sein. So lautet die Botschaft, die an den Börsen angekommen ist.

Schon im Mai hatte Buffett auf dem alljährlichen Aktionärstreffen seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway angekündigt, dass er aktuell sehr viel Bares auf seinen Konten habe, aber nicht wisse, was er damit machen solle. Den Finger halte er aber schon am Abzug. Es scheint, als wäre nun der Zeitpunkt gekommen, an dem er abgedrückt hat. Die sechs Prozent Zinsen, die er für seinen Einstieg bei der Bank of America erhält, bestätigen, dass es ein guter Schuss war.

Kommentare zu " Kommentar : Der große Befreiungsschlag!"

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  • Das ist doch nur eines: PROPAGANDA!

    Und wenn Buffet tatsächlich gekauft haben sollte, hat er sich sicherlich mit Puts abgesichert. War wahrscheinlich nur eine Gefälligkeit!

    Auch die Redakteure des HB sollten den Grips anstrengen!

  • Selten so einen Stuss gelesen!

    Das hat der doch schon einmal bei GS gemacht - 2008 - schon vergessen ???

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/_buffet_steigt_mit_fuenf_milliarden_dollar_bei_goldman_sachs_ein_1.899969.html

  • Das ist einfach nicht zu glauben, was für Naivlinge im Handelsblatt Artikel schreiben dürfen. Schon mal daran gedacht, dass Buffett, der ja nun wirklich nicht mehr der Jüngste ist, allmählich den Überblick über einen Gesamtmarkt verlieren könnte, der sich nach Jahrzehnten schlagartig verändert hat ? Was ? Oder dass es sich um einen Anfall von blindwütigem Patriotismus handeln könnte, für den er einfach das Geld hat ?

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