Kommentar Deutsche Bank
Ackermann liefert - Börsig noch nicht

Die Deutsche Bank ist deutlich besser ins Jahr gestartet als gedacht. Aber gute Zahlen werden in den nächsten Monaten nicht ausreichen, um auch langfristig an den Erfolg des Geldhauses zu glauben. Ein Kommentar von Peter Köhler.
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Die Deutsche Bank ist mit einem Gewinnsprung im ersten Quartal gestartet, der die meisten Analysten verblüfft - und auf dem falschen Fuß erwischt hat. Mit drei Milliarden Euro vor Steuern verdiente der Branchenprimus deutlich mehr, als die meisten Experten in den Research-Abteilungen erwartet hatten. Zwar bleibt das weiterhin rund laufende Investmentbanking der Gewinnmotor schlechthin, aber auch das Privatkundengeschäft hat nicht zuletzt durch die übernommene Postbank spürbar aufgeholt, die Anstrengungen hin zu einem ausbalancierten Geschäftsmodell zwischen Kapitalmarkt und Retailgeschäft werfen erste Früchte ab.

Damit ist das größte deutsche Geldhaus auch auf gutem Weg, das ambitionierte Gewinnziel von zehn Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2011 zu erreichen. Bisher hatten hier eher die Zweifler die Oberhand. Außerdem steigerte die Bank ihre Kernkapitalquote auf 9,6 Prozent, was auch letzte Ängste über eine weitere Kapitalerhöhung bei den Aktionären zunächst zerstreuen dürfte. Damit sollte einem ordentlichen Kurssprung der Aktie an diesem Donnerstag eigentlich nichts im Wege stehen.

Aber gute Zahlen werden in den nächsten Monaten nicht ausreichen, um auch langfristig an den Erfolg der Deutschen Bank zu glauben. Die ungelöste Nachfolgefrage für die Konzernspitze wird immer stärker in den Fokus rücken und sich als Ballast für das Dividendenpapier erweisen, je länger die Hängepartie andauert.

Der Schweizer auf dem Chefstuhl hat bereits mehrfach durchblicken lassen, dass er den scheidenden Bundesbank-Präsidenten Axel Weber für einen geeigneten Kandidaten hält, wenngleich er sich offiziell dazu nicht festlegen will. Gefordert ist jetzt vor allem Aufsichtsratschef Clemens Börsig, endlich für klare Verhältnisse zu sorgen. Ackermann hat im ersten Quartal geliefert und er wird aller Voraussicht nach auch in den nächsten Monaten nachlegen - Börsig ist dagegen in Verzug.

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  • Ist der Autor wirklich so schlecht unterrichtet oder nur schlicht unsensibel. Das ist der Parallelfall zu M. Strauss-Kahn, der für die nächste Präsidentenwahl in Frankreich gehandelt wird. In beiden Fällen werden die betreffenden Herren keinen Muckser machen, solange sie noch in ihrer gegenwärtigen Stellung sind, und die Strippenzieher, die es durchaus gibt, ebenso. Abwarten, bitte, bis die Schamfristen abgelaufen sind.

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