Kommentar
Die glitzernden Zeiten der US-Banken sind vorbei

Mit Morgan Stanley haben nun alle US-Großbanken ihre Zahlen vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen: Die Zeit der hochriskanten Spekulation ist vorerst vorbei. Schrumpfen ist angesagt, das klassische Bankgeschäft ist wieder in.
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Auch Morgan Stanley kann keine Hoffnung stiften. Zwar hat die US-Investmentbank, die sechstgrößte der Branche, im dritten Quartal einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Dollar erzielt – nach einem Minus im Vorjahreszeitraum. Doch das Plus kam nur durch einen positiven Bilanzeffekt zustande: Das Institut schrieb 3,4 Milliarden Dollar auf die eigenen Verbindlichkeiten ab.

Das passt ins Bild. Nachdem mit  Morgan Stanley nun alle großen US-Banken ihre Quartalsergebnisse hinter sich haben, zeigt sich, durch welch düstere Zeiten die Wall Street gerade geht.

Die erfolgsverwöhnte Investmentbank Goldman Sachs fuhr ihren zweiten Quartalsverlust seit dem Börsengang 1999 ein, die Bank of America verlor ihren Status als größte Bank des Landes nach Vermögenswerten an JP Morgan Chase. Aber auch der neue Spitzenreiter wie auch die Citigroup erzielten Milliardenerträge zum großen Teil nur durch positive Bilanzeffekte.

Vollbanken und Investmenthäuser leiden derzeit gleichermaßen. Das schwache Wachstum bremst die Nachfrage nach Krediten, Marktverwerfungen und die Schuldenkrise in Europa lassen Anleger zögern – wer will in solch unsicheren Zeiten schon groß investieren?

Dazu kommen die neuen Finanzmarktregeln von Basel III bis Dodd-Frank, die die Branche Milliarden kosten könnten: Die Banken halten mehr Eigenkapital zurück und müssen weitgehend auf den früher hochprofitablen Eigenhandel verzichten. Und schließlich steht es schlecht um den Ruf der Branche, nicht erst seit die Protestler von Occupy Wall Street jeden Tag durch die Nachrichten marschieren.

Von einem „Pulverfass“, spricht deshalb Analyst Paul Miller in der „New York Times“. Entspannung sei nicht in Sicht. Die Folge: Die glitzernden Zeiten vor der Finanzkrise, in denen die Banken mit hochriskanten Spekulationen Milliarden verdienten, scheinen erst einmal vorbei zu sein. „Das langweilige Geschäft ist wieder in Mode“, schreibt die Zeitung.

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Bis 2012 sollen 10.000 Arbeitsplätze an der Wall Street wegfallen

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  • Goldmann sachs bonus pro mitarbeiter in 2006, rund 500.000 $
    http://www.wsws.org/articles/2006/dec2006/blan-d22.shtml

    Goldmann Sachs haben die Griechen beraten wie man "türkt" um in die EU zu kommen.

  • Sehr brav liebes Handelsblatt. Ich fühle mich nach diesem lehrreichen Bericht direkt viel besser. Schön, daß die Banken langsam zur Einsicht gelangen. Und schön, daß Sie mir davon berichten. Alles wird gut. Danke.

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