Kommentar
Langer Weg zur alten Größe für die UBS

Die Schweizer Großbank UBS kassiert de facto ihr mittelfristiges Gewinnziel ein. Die Börse reagiert darauf überraschend milde - aus gutem Grund.
  • 2

Ein Vorsteuergewinn von 15 Milliarden Franken bis 2014 sei "wahrscheinlich nicht zu erreichen", hieß es. Das ist ein Rückschlag für das Schweizer Vorzeige-Institut, das sich mühsam aus der Krise robbt. Die Börsenreaktion von einem Minus von weniger als zwei Prozent in den ersten Handelsstunden erscheint da überraschend gelinde auszufallen. Doch dafür gibt es eine einfache Erklärung.

Sie liegt darin, dass die Märkte schon lange nicht mehr an die ehrgeizigen Ziele der UBS glauben. Denn diese stammen aus dem Jahr 2009 - also aus einer Zeit, als die Details der neuen Eigenkapitalregeln Basel III noch nicht bekannt waren. Und damals war noch nicht absehbar, dass die Euro-Krise und die allgemeine Investoren-Verunsicherung vor allem die Investmentbanken hart treffen würde.

Die Enttäuschung bei den Quartalszahlen der UBS stammt vor allem aus dem volatilen Investmentbanking. Hier brach das Ergebnis um 71 Prozent ein. Wie bei Wettbewerbern wie Goldman Sachs läuft das Geschäft mit Anleihe-Emissionen und Handel mehr als schleppend. Das von UBS angekündigte Sparpaket von bis zu zwei Milliarden Franken dürfte daher vor allem bei den Investmentbankern einschlagen.

Hier hatte die UBS bis vor kurzem noch auf Einstellungen gesetzt, in der Hoffnung, dass sich das Marktumfeld positiv entwickelt. Nun schleppen die Schweizer einen riesigen Kostenapparat mit sich herum. Das Verhältnis aus Kosten zu Einnahmen beläuft sich auf rekordverdächtige 86 Prozent. Der französische Rivale BNP Paribas kommt mit knapp 53 Prozent aus. Laut dem Pariser Broker Oddo würden die Märkte das Investmentbanking der UBS daher für schlichtweg wertlos halten.

In der Parade-Disziplin, dem Wealth Managament, konnte UBS dagegen sinkende Einnahmen durch schneller sinkende Kosten wett machen. Aber der Neumittelzufluss enttäuschte auch hier.

Kurzum: Die Rückkehr der Schweizer Großbank UBS zu alter Vorkrisen-Größe, sie wird länger dauern, als das Bank-Management geglaubt hat. Und so langsam räumt die UBS-Führung das auch ein.

 

Kommentare zu " Kommentar : Langer Weg zur alten Größe für die UBS"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ist richtig, da hat der Herr Weber einiges zu tun. Das die UBS ihr mittelfrist Gewinnziel kassiert, damit war ja zu rechnen, was man allerdings an Zahlen abgeliefert hat, ist eine Beleidigung!

    Am besten den ganzen Laden an die Wand klatschen! Bis auf das Geschäft "Wealth Management and Swiss Bank" lieferten alle anderen Divisionen durchweg katastrophale Ergebnisse, bei viel zu hohen Kosten!

    Wer z.B in der Investmentbank eine Aufwand/Ertragqoute von 89!!! hat, der kann nicht für sich reklamieren, zu den führenden Häusern zu gehören.

  • da hat der axel aber eine menge arbeit noch vor sich, um die schrottbude wieder auf kurs zu bringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%