Kommentar zur Deutschen Bank
Frankfurter Reförmchen statt Radikalkur

Die Deutsche Bank hat sich in ihrer Strategiediskussion am Ende für die weniger spektakuläre aber vernünftigere Lösung entschieden. Aus der „Schicksalswoche“ gehen viele aber beschädigt heraus – auch ganz oben.
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FrankfurtMit Zwickmühlen sollten sich die Top-Manager der Deutschen Bank inzwischen auskennen, schließlich hat das mächtigste deutsche Geldhaus eine lange Serie von Pleiten, Pech und Pannen hinter sich. Auch die dringend notwendige Diskussion um eine neue Strategie stürzte die Führung des Geldhauses wieder einmal in ein Dilemma.

Eigentlich hätten Aufsichtsratschef Paul Achleitner und seine beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen sehr gut einen großen Wurf brauchen können, um zu beweisen, dass sie nach langer Flaute den Mut haben, das Steuer herumzureißen und die schlingernde Bank wieder auf Kurs zu bringen. Gleichzeitig kristallisierte sich aber schon bald heraus, dass es diesen großen Wurf nicht geben würde.

Als der Aufsichtsrat der Deutschen Bank Freitagnacht die neue Strategie des Vorstands absegnete, war eigentlich schon klar, dass es auf die sogenannte kleine Lösung hinauslaufen würde. Das heißt, dass sich das Frankfurter Geldhaus sieben Jahre nach dem Einstieg von der Mehrheit an der Postbank trennen, aber auch im Investmentbanking sparen wird.

Die große Lösung hätte eine komplette Abspaltung des Privatkundengeschäfts bedeutet, übrig geblieben wäre eine auf das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung spezialisierte Unternehmerbank. Für diese radikalere Lösung hatten sich viele Großinvestoren stark gemacht, die vorrechneten, dass sich nur so genügend knappes Kapital freisetzen ließe, um die strengen Forderungen der Aufseher zu erfüllen.

Aber wäre diese große Lösung wirklich machbar gewesen?

Jain und Fitschen wurden im Laufe der monatelangen Strategiediskussion immer skeptischer. Sie befürchten, dass sich die Unternehmerbank schwer finanzieren kann und der fehlende Zugang zu den Filialen dem Vermögensverwaltungsgeschäft Probleme bereiten würde. Aber das wäre nicht das einzige Problem gewesen. Viele der großen US-Konkurrenten arbeiten im Investmentbanking deutlich effizienter als die Deutsche Bank. Es war also keinesfalls ausgemacht, dass der Traum von einem „europäischen Goldman Sachs“ auch aufgehen würde.

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