Konsortium: Finanzbranche sichert langfristige Pensionsansprüche ab

Konsortium
Finanzbranche sichert langfristige Pensionsansprüche ab

Weil die Menschen in den Industrieländern immer länger leben, wollen sich Versicherungen und Banken gegen steigende Pensionsansprüche absichern. Konzerne wie die Deutsche Bank und der französische Versicherer Axa haben deshalb ein Konsortium gegründet, das die Grundlagen für den Handel mit diesen Risiken legen soll.
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LONDON. Die Finanzbranche plant, das sogenannte Langlebigkeitsrisiko von Pensionsfonds genauso wie die Gefahr von Naturkatastrophen über den Kapitalmarkt abzusichern. Um das Geschäft voran zu treiben, haben Konzerne wie die Deutsche Bank, der französische Versicherer Axa, der britische Marktführer Prudential, Swiss Re und die Royal Bank of Scotland ein Konsortium gegründet, das die Grundlagen für den Handel mit diesen Risiken legen soll.

Unter dem Namen Life and Longevity Markets Association (LLMA) entwickeln die Konzerne Indizes, die zur Richtschnur für die Bewertung von Risiken aus Langlebigkeit und Mortalität werden sollen. Die Versicherer müssen sich angesichts der längeren durchschnittlichen Lebenserwartung darauf einstellen in Zukunft deutlich länger Pensionsansprüche auszuzahlen als ursprünglich geplant. Das Konsortium stellt den ersten Versuch dar, standardisierte Produkte für diesen Markt zu entwickeln.

Zahl der Pensionäre steigt massiv

Banken wie Goldman Sachs und Credit Suisse haben zwar bereits Lösungen entwickelt, um das Langlebigkeitsrisiko einzelner Pensionsfonds abzusichern. Ziel der LLMA ist es aber, auf mittlere Sicht standardisierte kapitalmarktfähige Produkte wie Langlebigkeits-Bonds aufzulegen, die helfen, den Kostendruck durch die längere Lebenserwartung aufzufangen, der Pensionsfonds und Versicherungen belastet.

Bislang haben die Finanzkonzerne wenig Möglichkeiten, sich gegen diese Entwicklung etwa durch Hedging zu wappnen. Allein in Großbritannien sind zwei Billionen Pfund an Pensionsverpflichtungen aufgelaufen. In den kommenden 20 Jahren wird die Zahl der Pensionäre Schätzungen zufolge um 60 Prozent steigen. Gleichzeitig nimmt die Lebenserwartung der Rentner zu. Die britische Pensionsaufsicht geht davon aus, dass die heute 45-Jährigen im Schnitt ein Alter von über 88 Jahren erreichen werden.

Dies bedeute ein großes finanzielles Risiko für Pensionsfonds, Regierungen und staatliche Einrichtungen, die für die Rentenzahlungen einstehen müssen, sagte John Fitzpatrick, neu ernannter Direktor der LLMA. „Unser Ziel ist ein standardisiertes Produkt, das der Markt versteht und mit dem er handeln kann. Wenn wir das erreichen, wird es mehr Investoren geben und mehr Möglichkeiten, das Risiko der Pensionsfonds zu verteilen.“

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