Konsumkreditbank
GE stößt Milliarden-Börsengang an

Bis zu 1,05 Milliarden Franken soll der Börsengang der GE Money Bank in der Schweiz einbringen. Die Aktien sollen zwischen 43 und 51 Franken kosten. Im Vorjahr hatte GE das Geschäft bereits zum Verkauf gestellt.
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ZürichIn der Schweiz steht der größte Börsengang seit sieben Jahren an. Der US-Mischkonzern General Electric will die Banktochter GE Money Bank Ende des Monats an die Züricher Börse bringen und damit bis zu 1,05 Milliarden Franken (850 Millionen Euro) einnehmen. Das wäre die erste Aktien-Neuemission in der Schweiz seit einem Jahr - auch an anderen europäischen Märkten wagten zuletzt wieder einige Firmen den Schritt aufs Parkett. In trockenen Tüchern ist der Börsengang aber noch nicht. Der US-Haushaltsstreit könnte GE einen Strich durch die Rechnung machen, da der Konflikt die Stimmung an den Märkten belastet. Dass die Anleger weiter wählerisch sind und genau hinschauen, zeigte zudem der in der Vorwoche geplatzte Börsengang der Schweizer Ledermann Immobilien.

Bereits im Vorjahr hatte GE das Schweizer Finanzgeschäft, das Kleinkredite, Fahrzeug-Finanzierungen, Leasing und Kreditkarten umfasst, zum Verkauf gestellt. Eine Gruppe von Banken, die lange Interesse gezeigt hatte, konnte sich nicht zu einem Kauf durchringen, GE schwenkte auf einen Börsengang um. Auch nach der Erstnotiz will GE noch rund ein Drittel halten. Zudem hat der Konzern zugesagt, ein Jahr lang keine weiteren Aktien zu verkaufen. Insidern zufolge will sich das Unternehmen danach auch vom Rest trennen.

Bis zum 29. Oktober bietet der Industriegigant Aktien der Tochter, die künftig Cembra Money Bank heißen soll, zu 43 bis 51 Franken an. Erster Handelstag der Aktien mit dem Ticker-Symbol "CMBN" soll der 30. Oktober sein. Der Börsengang wird federführend von Credit Suisse und der Bank Vontobel organisiert. Dabei sind auch die Bank of America Merrill Lynch und die Deutsche Bank. Der letzte Börsengang mit einem größeren Volumen in der Schweiz war der Raffineriebetreiber Petroplus im Jahr 2006.

GE, der weltgrößte Hersteller von Flugzeug-Motoren und Elektro-Turbinen, will sich stärker auf sein angestammtes Industriegeschäft konzentrieren. Konzernchef Jeff Immelt ist seit längerem dabei, das Finanzgeschäft des Konzerns abzuspecken. Zu Beginn der Finanzkrise hatte GE bereits das Konsumkreditgeschäft in Deutschland und Österreich an die spanische Bank Santander verkauft. Ende August hatte die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren, dass GE auch das Konsumfinanzgeschäft in den USA veräußern will.

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