Konto-App für das Smartphone
Yomo soll Sparkassen bald cool machen

Die großen Sparkassen testen die geplante Smartphone-Bank Yomo intern und geben einen ersten Hinweis, wie das Produkt aussehen wird. Bürokratie und Tradition der Sparkassen könnte den Erfolg des Projekts noch gefährden.

Frankfurt Die deutschen Sparkassen gelten nicht als besonders schnell, wenn es um Neuerungen geht. Manche Entscheidungen dauern in der öffentlich-rechtlichen Finanzgruppe einfach etwas länger. So schlossen sich die Sparkassen auch nach genossenschaftlichen und privaten Banken dem gemeinsamen Onlinebezahldienst Paydirekt an. Trotzdem wollen sich die gut 400 deutschen Sparkassen nicht von jungen Finanztechnologiefirmen, kurz Fintechs, abhängen lassen. Schließlich erledigen immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte im Internet.

„Alles ist denkbar: Wir werden kopieren, wir werden kooperieren, wir werden zukaufen“, sagte kürzlich der Digitalvorstand der Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Joachim Schmalzl, dem Handelsblatt, zur Strategie der Sparkassen. In einem Fall haben sich einige Sparkassen bereits fürs Kopieren entschieden: Sie wollen mit „Yomo“ etwa der Smartphone-Bank N26 Paroli bieten und selbst eine App anbieten, mit der man Bankgeschäfte allein über das Smartphone abwickelt.

Zehn große Sparkassen sind an Yomo, kurz kurz für „Your Money“, beteiligt. Viel ist über die neue App noch nicht bekannt. Wie sie aussehen in etwa wird, lässt sich jetzt aber im Internet finden. Unter http://neugier.yomo.de wird das Projekt zumindest ein bisschen vorgestellt, auch die Internetseite yomo.de steht seit längerem, aber ohne Details. Klar dabei ist: Wie N26 – das Unternehmen nannte sich bis vor kurzem Number 26 – duzt auch Yomo seine Kunden. Und mit Emojis werden die eigenen Botschaften unterstrichen.

Während N26 mittlerweile nach eigenen Angaben mehr als 200.000 Kunden zählt, müssen die Sparkassen mit Yomo aber bei null anfangen. Immerhin startet jetzt die Pilotphase, wie ein DSGV-Sprecher sagte. Das heißt, die beteiligten zehn Sparkassen testen Yomo intern. Umgesetzt wird das Projekt von der Hamburger Firma Starfinanz, die unter anderem Apps für Sparkassen baut.

Bisher sind vor allem die ganz großen Sparkassen dabei. Beteiligt sind die Hamburger Sparkasse, die Berliner Sparkasse, die Sparkasse Köln-Bonn, die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse Bremen, die Sparkasse Paderborn-Detmold, die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen sowie die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Ostsächsische Sparkasse Dresden.

Die Institute, die zuerst dabei sind, haben auch Geld für die Yomo-Investitionen in die Hand genommen. Es können aber weitere Sparkassen folgen. Grundsätzlich soll Yomo allen gut 400 Sparkassen offenstehen.

Geplant ist, dass Yomo noch dieses Jahr an den Start geht. Ob das klappt, gilt aber noch als unklar. So müssen die beteiligten Sparkassen dem Vernehmen nach noch entscheiden, ob sie eine Extra-Gesellschaft für Yomo gründen oder nicht. Zudem gilt das Projekt an einer Stelle als pikant: Normalerweise pflegen die Sparkassen das sogenannte Regionalprinzip, sie bedienen also nur Kunden aus ihrem regional abgesteckten Geschäftsgebieten. Auf eine App auf dem Smartphone können aber Kunden aus ganz Deutschland zugreifen, sie lassen sich dann auch nicht mehr einfach einer Sparkasse zuordnen.

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