Kontrolle der Finanzbranche
Europäische Zentralbank bleibt auf der Hut

EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger zeigt sich kompromisslos: Vor Finanzmanagern in Frankfurt betont sie die Wichtigkeit einer strikten Regulierung der Branche. Sonderreglungen soll es zukünftig dennoch geben.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will bei der Regulierung der Finanzbranche nicht nachlassen. Einige Menschen seien der Ansicht, dass es für mehr Wachstum sorgen würde, wenn die Regulierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre zurückgefahren würden, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger am Montagabend vor Finanzmanagern in Frankfurt. „Aber wenn sie von mir erwarten, dass ich mich mit dem Gedanken einer regulatorischen Pause anfreunde oder sogar Milde der Aufsichtsbehörden verspreche, dann muss ich sie bitter enttäuschen.“

Zum Wachstum könne die EZB am besten beitragen, wenn sie Geldhäusern genau auf die Finger schaue und Störungen im Bankensektor verhindere. Zudem wolle die EZB durch die Vereinheitlichung von Aufsichtsstandards gleiche Chancen für alle Finanzinstitute schaffen. Einfachere und vergleichbarere Standards seien ein wichtiges Ziel.

Dennoch gebe es weiter Platz für nationale Sonderreglungen, erklärte Lautenschläger. „Wenn die nationalen Besonderheiten für ein stabileres Bankensystem sorgen, wird die einheitliche Bankenaufsicht sie bewahren und sogar fördern.“ Machten historisch gewachsene Sonderregeln keinen Sinn mehr, müssten sie dagegen beseitigt werden.

Das niedrige Wirtschaftswachstum, die große Zahl an ausfallgefährdeten Krediten, die niedrigen Zinsen und der harte Wettbewerb setzten die europäischen Banken unter Druck, betonte Lautenschläger. Die Aufseher müssten folglich auf der Hut sein. „Es kann passieren, dass Banken sich deshalb auf riskante Geschäftsstrategien einlassen und Kosten senken, beispielsweise indem sie das Personal für das Risikomanagement reduzieren.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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