Konzernumbau
Deutsche Bank macht BHW zur Kreditfabrik

Seit die Postbank zur Deutschen Bank gehört ist die BHW so etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Nun soll der Bausparer zum wichtigsten Standort für Kundenkredite werden. Die Angestellten sorgen sich.
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Unter der Führung der Deutschen Bank wird die Bausparkasse BHW im niedersächsischen Hameln zu einer sogenannten Kreditfabrik umgebaut. Nach Handelsblattinformationen aus Unternehmenskreisen soll der ehemalige Bausparanbieter damit der wichtigste von drei Standorten werden, an denen die Deutsche Bank über Auszahlung oder Stopp eines Kundenkredits entscheidet. Neben Hameln sind Berlin und Essen als weitere Standorte im Gespräch. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte die Informationen mit Blick auf laufende Verhandlungen nicht kommentieren.

Bei den Verhandlungen geht es wie so oft um Geld, Arbeitsplätze und die Angst, traditionelle Strukturen zu zerschlagen. Die BHW war 1928 als Beamtenbausparkasse gegründet worden, ging nach dem Krieg gemeinsam mit Firmen wie die Neue Heimat und Coop in gewerkschaftliches Eigentum über. 2006 schließlich kaufte die Postbank den Baufinanzierer, der damals mit rund 3.200 Mitarbeiter der zweitgrößte in Deutschland war.

Seit die Postbank zur deutschen Bank gehört ist die BHW aber von außen betrachtet so etwas wie das fünfte Rad am Wagen: Mit der Bauspar AG hat die Deutsche Bank einen eigenen Anbieter ähnlicher Produkte unter ihrem Dach. Deswegen musste der für die Postbank zuständige Deutsche Bank-Vorstand Rainer Neske eine Lösung präsentieren.

Sie besteht jetzt darin, dass von den noch 1.650 verbliebenen Mitarbeiter der Bausparkasse BHW etwa zwei Drittel in der künftigen Kreditfabrik arbeiten. Neske glaubt, dass die Mitarbeiter mit ihrem Know-how, das schon jetzt darin besteht, die Bonität von Kunden zu beurteilen, gut in der neuen Einheit aufgehoben sind. Das verbleibende Drittel der Mitarbeiter soll sich weiter um den Bausparbereich kümmern. Ob das eins zu eins aufgeht, oder ob Mitarbeiter gehen müssen, ist bisher genauso wenig klar, wie die Entscheidung, ob die Traditionsmarke weiter erhalten bleibt.

Nicht zuletzt geht es bei den Verhandlungen mit dem Betriebsrat auch um Geld: Die Deutsche Bank will die Mitarbeiter der neuen Einheit in Hameln zu Konditionen bezahlen, die unter denen liegen, die im Bankkonzern sonst üblich sind.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Konzernumbau: Deutsche Bank macht BHW zur Kreditfabrik"

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  • Also ich dachte immer Handelsblatt Leser hätten wenigstens rudimentäre Kenntnisse von Wirtschaft und Mathematik. Es geht nicht darum den Durchschnitt abzusenken, sondern das Durchschnittsgehalt zu erhalten. Aber wenn man oben in der Pyramide ist, muss man unten kürzen um das zu erreichen ... und der Effekt läßt sich kumulieren, wenn man das nur emsig genug betreibt. Nur irgendwann wenn das Fundament bröckelt, fallen die die am höchsten Sitzen ganz ganz tief und das hat schon so manchen sein leben gekostet. Aber wer Anderen die Existenzgrundlage nimmt braucht sich selber nicht zu wundern, wenn er ebenfalls nach dieser Maxime behandelt wird.

  • Das sind ja nicht nur die Festangestellten in Hameln, da gibt es auch noch ca 3 000 HGB Mitarbeiter bei der Postbank Finanzberatung die für die BHW Bausparkasse Verträge schreiben, was passiert mit denen? Wie gesagt HGB Mitarbeiter, die kann man ja schnell und ohne Kosten entsorgen.

  • borgsgebabbel:

    das durchschnittsgehalt im konzern ist nicht das durchschnittsgehalt in deutschland und schon gar nicht das durchschnittsgehalt in deutschland ohne die investment-und assetfreddyabteilungen.

    die einstiegsgehälter für akademiker liegen in deutschland um die 50 riesen.

    da eine kreditfabrik,was immer das sein soll,emsige bankkaufleute benötigt,wird unter 50 riesen im schnitt bezahlt.

    bei 8 billionen privatvermögen in unsrer republik besitzt jeder bürger auf dem papier schlapp 100 000 laut statistik

    unter dem gleichen blickwinkel können sie die aussagekraft ihrer zahlen,die Sie dem geschäftsbericht-märchenbuch-der deutschen bank entnommen haben,abhaken .

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