Korruptionsverdacht
Barclays könnte in Katar-Affäre glimpflich davonkommen

Seit drei Jahren ermitteln britische Behörden gegen Barclays. Der Verdacht: Korruption. Beim Einstieg des Emirats Katar 2008 sollen Schmiergelder geflossen sein. Die Bank könnte nun mit einem blauen Auge davonkommen.
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LondonDie britische Behörde zur Bekämpfung schwerer Wirtschaftsverbrechen will Berichten zufolge ihre Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts rund um den Einstieg des Emirats Katar 2008 bei der Großbank Barclays einstellen. Die Ermittler hätten dem Institut Vergleichsverhandlungen angeboten, schrieben „Financial Times“ und „Wall Street Journal“ (Mittwoch) übereinstimmend. „Wir können ein laufendes Verfahren nicht kommentieren“, erklärte die Bank. Es gebe bislang kein entsprechendes Angebot.

Seit 2012 laufen die Ermittlungen des Serious Fraud Office (SFO) rund um den milliardenschweren Einstieg Katars bei Barclays auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Dafür sollen laut Zeitung 450 Millionen Pfund zurück an die Araber geflossen sein – gut sieben Prozent der gesamten Investitionssumme. Ob dies Schmiergelder waren und das Top-Management davon wusste, versucht die Behörde zu klären.

Die Finanzaufsicht FCA hat bereits eine Strafe von 50 Millionen Pfund wegen unsauberer Veröffentlichungen rund um den Katar-Einstieg angekündigt, gegen die sich Barclays wehrt. Die Geldspritze der Scheichs hatte das Institut damals davor bewahrt, anders als die Konkurrenten Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds staatliche Hilfsgelder in Anspruch nehmen zu müssen.

Beim SFO steht den Berichten zufolge nun eine Art Bewährungsstrafe für die Bank im Raum. Dabei würde die Behörde die Strafverfolgung aussetzen, sofern das Geldhaus Fehlverhalten einräumt, eine Buße zahlt und sich keine neuen Verfehlungen leistet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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