Kreditausfallversicherungen
EU nimmt wegen CDS 16 Banken ins Visier

Die Deutsche Bank, die Commerzbank und 14 weitere Geldinstitute sind ins Fadenkreuz der EU geraten. Der Verdacht: Auf dem Markt für Kreditausfallversicherungen geht es nicht mit rechten Dingen zu.
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BrüsselWettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat zwei Kartellverfahren eingeleitet. Neben der Deutschen Bank und der Commerzbank stehen 14 weitere internationale Geldinstitute wegen ihres Verhaltens auf dem Markt für Kreditausfallversicherungen unter Verdacht. Im Visier der Ermittler sind auch der Informationsdienstleister Markit sowie der Abwickler ICE Clear.

"Die jüngsten Entwicklungen haben gezeigt, dass der Handel mit dieser Art von Finanzinstrumenten effizienter gestaltet werden muss", sagte Kommissar Almunia. Dies sei über aufsichtsrechtliche Maßnahmen allein nicht zu erreichen. Nach Ansicht der Kommission hat die Finanzkrise gezeigt, dass der außerbörsliche Handel mit Derivaten und Finanzinstrumenten nicht transparent genug ist. Deshalb bemüht sich Brüssel seit geraumer Zeit um eine bessere Regulierung für CDS und andere Derivate. Kartellrechtlicher Druck soll die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen nun ergänzen. Ziel sei es, so die Kommission, sichere, gesunde und effiziente Finanzmärkte zu gewährleisten.

Mit Credit Default Swaps (CDS) sichern sich Investoren gegen Pleiten von Staaten und Firmen ab. Sie werden ausgezahlt, wenn Schuldner nicht mehr zahlen können. Gläubiger können sich so vor einem Ausfall des Kredits schützen. Gleichzeitig machen es CDS aber auch möglich, auf eine Pleite zu spekulieren. In den Fokus der Öffentlichkeit sind derlei Papiere angesichts von Europas Schuldenkrise geraten. Sie gelten als Stimmungsbarometer dafür, wie ernst die Lage von Staaten ist, die anderswo in der Kreide stehen.

Das erste Verfahren der Kommission betrifft die für den Handel mit CDS erforderlichen Finanzinformationen. Der Kommission liegen Hinweise dafür vor, dass die 16 Banken, die auf dem Markt als Händler auftreten, den Großteil aller wichtigen Tagesdaten beispielsweise zu Preisen und Indizes nur an Markit, den Marktführer für CDS-Finanzinformationen, weitergeben. Die Wettbewerbshüter schließen nicht aus, dass dafür Absprachen zwischen den Banken oder der Missbrauch einer etwaigen kollektiven marktbeherrschenden Stellung ursächlich sein könnten. Das aber widerspräche dem Wettbewerbsrecht der Europäischen Union.

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