Kredite für Kommunen
KfW baut den Flüchtlingen die Wohnung

Flüchtlinge unterzubringen kostet Geld – Geld, das viele Kommunen nicht haben. Die 500 Millionen Euro, die die Förderbank KfW zur Verfügung gestellt hat, haben Städte und Gemeinden sofort abgerufen. Und jetzt?

FrankfurtFür viele Kommune ist es eine große Herausforderung, die wachsende Zahl der Flüchtlinge unterzubringen. Entsprechend groß ist der Finanzbedarf – wie sich bei zinslosen Darlehen der Staatsbank KfW zeigt. Die Staatsbank stellt über eine Sonderförderung „Flüchtlingsunterkünfte“ 500 Millionen Euro als zinslose Kredite zur Verfügung. Die Kommunen haben diese Summe schon ausgeschöpft. „Wir haben die 500-Millionen-Euro-Grenze bereits hinter uns gelassen“, sagte Detlev Kalischer, Leiter des Bereichs Kommunal- und Privatkundenbank/Kreditinstitute.

Womöglich wird die Summe noch aufgestockt. „Wir denken schon darüber nach, wie wir weiter vorgehen“, sagte Kalischer. Es gebe Diskussionen mit der Bundesregierung dazu. Ursprünglich hatte die Sonderförderung 300 Millionen Euro umfasst. Angesichts der hohen Nachfrage stockte die KfW die Summe auf 500 Millionen Euro auf – was aber auch nicht reichen dürfte. Der Bedarf sei noch nicht gedeckt, so Kalischer. „Das ist der erste Schritt.“

Das Ziel ist, bis zu 50.000 neue Unterkunftsplätze zu schaffen, die als Überbrückung oder auf Dauer gedacht sind. Die Kommunen können das Geld in den Neubau oder Erwerb von Immobilien stecken oder damit Gebäude umbauen und ausstatten.

Die Finanznot vieler Städte und Gemeinden ist groß. Das zeigt sich auch darin, dass sie sich regelrecht auf die neuen KfW-Darlehen gestürzt haben. Die Förderung sei in „beeindruckend schnellem Tempo“ mit Kreditanträgen ausgefüllt worden, so Kalischer. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, wird auch zuerst bedient. Rund 220 Kommunen haben sich bei der KfW gemeldet. Bisher hat die Staatsbank rund 150 Millionen Euro zugesagt, aber auch das übrige Geld dürfte recht bald fließen. Die Kredite können bis zu 30 Jahre lang laufen, zehn Jahre bleibt der Zins bei null Prozent.

Parallel unterstützt die Staatsbank Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Entwicklungsländern mit derzeit 875 Millionen Euro. Dabei geht es in erster Linie um Zuschüsse, nicht um Kredite. Auch hier gebe es „intensive Diskussionen“ mit der Bundesregierung, wo Mittel aufgestockt werden könnten, sagte Wolfgang Reuß, Leiter der Abteilung Nordafrika und Nahost.

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