Kreditech: Weltbank steigt bei Kredit-Fintech ein

Kreditech
Weltbank steigt bei Kredit-Fintech ein

Frisches Eigenkapital ist für junge Unternehmen immer ein Grund zum Jubeln. Das Hamburger Fintech Kreditech hat gerade einen neuen Investor gefunden und erhofft sich dadurch noch einen anderen Gewinn.

FrankfurtDas Hamburger Kreditvermittlungs- und Scoring-Unternehmen Kreditech hat weitere zehn Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt und schließt damit seine dritte Finanzierungsrunde mit einem Volumen von insgesamt 92,7 Millionen Euro ab. „Zehn Millionen Euro sind kein riesiger Betrag“, sagte Rene Griemens, Chief Financial Officer bei Kreditech, dem Handelsblatt.

Doch das Geld komme von der International Finance Corporation (IFC), einem Investmentarm der Weltbank Gruppe. „Das bestätigt unsere Strategie, die 'Underbanked' in das Finanzsystem zu integrieren. IFC ist ein besonders kritischer Investor und hat uns einer ausführlichen Risikoprüfung unterzogen“, so Griemens. Das dürfte auch bei anderen Investoren gut ankommen. Zuvor hatten unter anderen schon J.C. Flowers und Peter Thiel investiert.

Kreditech ist seit 2012 am Markt und hat sich auf die sogenannten „underbanked“ Kunden spezialisiert. Gemeint sind solche, die von Banken keine Kredite bekommen und kaum Zugang zu anderen Finanzprodukten haben. Das Unternehmen vergibt Mikro- und Ratenkredite und hat dafür eine eigene Scoring-Technik entwickelt. Der Schwerpunkt liegt bisher auf dem polnischen und spanischen Markt, aber auch in der Tschechischen Republik, Russland und Mexiko ist der Finanztechnologie-Anbieter vertreten. Für Deutschland existiert kein Angebot – hier gibt es eben zu wenige „underbanked“ Kunden.

„Entwicklungsländer sind uns sehr wichtig“, sagt Griemens. „Und der IFC hat den Auftrag in solche Länder zu investieren.“ Die Tätigkeit in weiteren kleinen Ländern wie Peru, Kasachstan, Australien und der Dominikanischen Republik hatte das Fintech im Sommer 2015 allerdings wieder eingestellt. „Wir setzen jetzt erst einmal auf ein etwas langsameres Wachstumstempo und mehr Nachhaltigkeit“, begründet Griemens, der nicht von einem Scheitern in diesen Märkten sprechen möchte, sondern von einer „veränderten Strategie“.

Man wolle nun mehr in das Produkt investieren und mit dem frisch eingesammelten Kapital zunächst die Plattform Monedo ausbauen. „Neue Märkte haben wir uns bereits angeschaut, ein Markteintritt kommt erst ab 2017 in Frage“, so Griemens. Besonders spannend seien Brasilien und Indien.

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Auch bei anderen sprudeln die Investitionen

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