Kreditinstitut
RBI hat jetzt auch in Asien Probleme

Ein missglücktes Kreditgeschäft in Indonesien belastet die Raiffeisen Bank International auch in Asien. Die RBI erwartet nun höhere Risikovorsorgen für 2014. Die Aktie verliert bis zu fünf Prozent an Wert.
  • 0

WienDie Raiffeisen Bank International hat ein neues Sorgenkind: Neben sinkenden Gewinnen in Russland und hohen Kosten durch ein neues Kreditgesetz in Ungarn drohen der Bank Verluste durch ein missglücktes Kreditgeschäft in Indonesien. Unter anderem deshalb erwartet das Institut für das laufende Jahr höhere Vorsorgen für faule Kredite: Sie sollen auf 1,8 Milliarden Euro steigen – und nicht wie zuvor prognostiziert zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro liegen. Für die Aktionäre kam das unerwartet: Die Raiffeisen-Papiere verloren in der Spitze bis zu fünf Prozent an Wert.

In Indonesien hatte die RBI dem Unternehmer Samin Tan mit einem Kredit geholfen, seinen Anteil am Kohleminenbetreiber ARMS aufzustocken. Doch einbrechende Kohlepreise hatten das Unternehmen und damit auch Tan in Turbulenzen gebracht. Die Bank stelle sich auf Verluste aus zwei Finanzierungsgeschäften ein, sagte Risikochef Johann Strobl. Details nannte er nicht. „Das sind heiße Fälle, wir sind in Restrukturierungsverhandlungen. Ich will unsere Strategie nicht in der Öffentlichkeit verkünden."“

Für die RBI kommen die Probleme in Asien äußerst ungelegen: Das Institut kämpft angesichts der Ukraine-Krise ohnehin mit Ertragseinbußen: Im wichtigsten Markt Russland brach der Gewinn im dritten Quartal um knapp 38 Prozent auf 78 Millionen Euro ein. Grund dafür ist vor allem die Abwertung der lokalen Währung Rubel sowie steigende Vorsorgen für faule Kredite durch die maue Wirtschaftsentwicklung.

Im vierten Quartal sei ein neuerlicher Gewinnrückgang zu erwarten, erklärte Finanzvorstand Martin Grüll. Zwar sei das Geldhaus bislang nicht stark von den westlichen Sanktionen gegen Russland betroffen, sagte Bankchef Karl Sevelda. Angesichts der unsicheren Aussichten wolle Raiffeisen aber vorerst kein weiteres Kapital mehr in die russische Tochter stecken. „Wir sind sehr vorsichtig“, sagte Sevelda. An dem dortigen Geschäft halte die RBI jedoch fest.

Konzernweit verbuchte der zweitgrößte Kreditgeber in Osteuropa im dritten Quartal einen Verlust von 119 Millionen Euro nach einem Plus von 134 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Grund dafür waren unter anderem Belastungen von rund 200 Millionen Euro durch ein neues Kreditgesetz in Ungarn: Dort zwingt die Regierung Banken dazu, rückwirkend Zinsen und Gebühren für Kredite zu senken – was auch anderen in Ungarn vertretenen Banken wie UniCredit Bank Austria und Erste Group zu schaffen macht.

Zudem schreibt Raiffeisen in der Ukraine Verluste, wo die Bankengruppe mit der Tochter Aval eine der größten Banken des Landes besitzt. Vor allem im umkämpften Osten des Landes können viele Kunden ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen – was zu steigenden Risikovorsorgen führt.

Für das laufende Jahr erwartet die RBI einen Verlust von bis zu einer halben Milliarde Euro, bekräftigte Sevelda. 2015 rechnet das Institut unverändert mit einem Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kreditinstitut: RBI hat jetzt auch in Asien Probleme"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%