Kreditinstitute argwöhnen: Rückzug aus dem Iran-Geschäft

Kreditinstitute argwöhnen
Rückzug aus dem Iran-Geschäft

Der Umgang mit Kunden aus dem Iran entzweit die Schweizer Banken. Während die einen demonstrativ alle Beziehungen zu Kunden aus dem politisch unberechenbaren Land kappen, werben die anderen offensiv um vermögende Iraner, die auf der Suche nach sicheren Anlageinstituten und -ländern sind.

ZÜRICH. Es war die Schweizer Großbank UBS, die bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte, ihre Beziehungen zu Kunden, die ihren Wohnsitz im Iran haben, auflösen zu wollen. Irans Zentralbank selbst dürfte der Auslöser für diese Entscheidung gewesen sein, als sie ankündigte, ihre Devisenreserven aus allen Finanzzentren der Welt – außer aus der Schweiz – abzuziehen. Von einem Regime wie dem in Teheran so bedacht zu werden, dürfte im Rest der Welt eher als Makel empfunden werden.

Die Schweiz spielt im Geschäft mit dem Iran als weltgrößter Vermögensverwalter eine herausgehobene Rolle. Statistiken der Schweizer Zentralbank zufolge haben iranische Kunden Vermögen im Umfang von 1,4 Mrd. Schweizer Franken (rund 955 Mill. Euro) bei Schweizer Banken liegen. Der größte Teil davon liegt bei den beiden größten Banken des Landes, UBS und Credit Suisse.

Offiziell kündigt die UBS aus Risikoabwägungen heraus die Geschäftsverbindungen auf. Die Kosten, die anfallen, um die persönlichen Verhältnisse der Kunden zu klären, seien höher als die möglichen Gewinne aus der Bankbeziehung, lässt die UBS verlauten.

Dass politischer Druck dahinter stehe, wird vom Leiter der Vermögensverwaltung der UBS, Marcel Rohner, verneint. Allerdings könnten taktische Überlegungen schon eine Rolle spielen. Die UBS hat vergangene Woche angekündigt, künftig vor allem in Nordamerika wachsen zu wollen. Die Amerikaner gelten als Verfechter einer harten Linie gegenüber dem Iran, der sich der Kontrolle seiner Atomanlagen entzieht.

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