Kreditkartengeschäft
Bank of America setzt Ausverkauf fort

Die größte US-Bank gibt das Kreditkartengeschäft in Kanada, Großbritannien und Irland ab. Die Bank wird durch Milliardenklagen belastet und braucht dringend Kapital. Für das Kanada-Geschäft gibt es bereits einen Käufer.
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New YorkDie von Milliardenklagen belastete Bank of America füllt mit weiteren Geschäftsverkäufen ihre Kasse auf. Das nach Bilanzsumme größte US-Geldhaus kündigte am Montag die Trennung von seinem Kreditkartengeschäft in Kanada und Europa an. Die Aktivitäten in Kanada mit einem Kartenportfolio im Volumen von 8,6 Milliarden Dollar werden an die TD Bank Group veräußert. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Auch die Kartengeschäfte in Großbritannien und Irland aufgegeben werden. Wie dies geschehen soll, sei noch nicht entschieden, sagte ein Banksprecher. Infrage kämen ein Verkauf oder eine Abwicklung. Diese Schritte bedeuten effektiv das Ende des Privatkundengeschäfts der Bank of America im Ausland.

Das Institut steht unter großen Druck, sein Kapitalpolster aufzubessern. Es hat im Bereich Verbraucher-Hypotheken in den vergangenen vier Quartalen mehr als 22 Milliarden Dollar verloren. Ein Klotz am Bein ist der Immobilienfinanzierer Countrywide, den die Bank im Sommer 2008 übernommen hatte. Im Zuge der US-Hypothekenblase hat Countrywide dem Mutterkonzern einen Schwall von Schadenersatzklagen und Kreditproblemen eingebrockt.

Im Juni hatte die Bank of America einen Vergleich mit Großanlegern über 8,5 Milliarden Dollar erzielt. Diesen will der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman allerdings anfechten, weil er zahlreiche Investoren ausgegrenzt sieht. Konzernchef Brian Moynihan hat seit seinem Amtsantritt Anfang 2010 bereits 23 Geschäftsbereiche verkauft. Dadurch seien der Bank 30 Milliarden Dollar zugeflossen, sagte der Sprecher.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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