Kreditkartengeschäft
Visa-Fusion soll Großbanken Milliarden bringen

Europäische Großbanken können sich freuen: Die bevorstehende Fusion des US-Kreditkartenanbieters Visa mit Visa Europe dürfte ihnen Milliarden bringen. Deutsche Banken dürften aber weitgehend leer ausgehen.

LondonDie bevorstehende Fusion des US-Kreditkartenriesen Visa mit der bisher unabhängigen Schwestergesellschaft Visa Europe bringt Großbanken Finanzkreisen zufolge Milliardengewinne. Allein die britische Barclays darf mit rund zwei Milliarden Dollar rechnen, wenn Visa die Anteile von Visa Europe wie erwartet bis Ende des Monats übernimmt. Der britische Sender Sky News hatte die Offerte auf 21 Milliarden Dollar (18,4 Milliarden Euro) beziffert. Visa Europe gehört bisher rund 4000 europäischen Banken. Die Erlöse beim Verkauf richteten sich nach dem Umsatzanteil, den die einzelnen Institute beisteuern.

Barclays-Kunden stünden allein für zehn Prozent des Umsatzes mit Visa-Karten, alle britischen Geldhäuser zusammen haben einen Anteil von rund 40 Prozent. Instituten wie Lloyds, RBS und HSBC könnten damit zusammen acht Milliarden Dollar zufließen. Größere Anteile entfallen daneben auf Banken in Frankreich, Spanien und Italien.

Zwar sind auch rund 1500 deutsche Banken an Visa Europe beteiligt. Hierzulande sind Kreditkarten im Vergleich zu den früher EC-Karten genannten Girokarten aber immer noch im Hintertreffen. Sie dürften damit ein kleineres Stück vom Kuchen bekommen.

Europaweit sind mehr als 500 Millionen Visa-Karten im Umlauf, über die im Jahr Zahlungen von rund zwei Billionen Euro abgewickelt werden. Das sei jeder sechste Euro, den Verbraucher in Europa im Handel ausgäben.

Visa hatte im Juli Gespräche über die Integration von Visa Europe bestätigt und erklärt, diese sollten bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Der US-Konzern will damit seine Schlagkraft gegenüber dem Erzrivalen Mastercard erhöhen. Visa Europe und ihre Eigentümer waren 2008 ausgeschert, als Visa Inc an die New Yorker Börse gebracht wurde. Die beiden Organisationen verbindet seither nur ein Lizenzvertrag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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