Kreditometer: Wo Banken 2009 Geld verdienen

Kreditometer
Wo Banken 2009 Geld verdienen

2009 kommt auf die Kreditinstitute eine zweite große Belastungsprobe zu: Steigende Forderungsausfälle werden die Banken belasten - doch weitaus wichtiger wird die Frage nach dem Geschäftsmodell der Zukunft. Wo kommen die künftigen Erträge der Banken her, wie können in wettbewerbsintensiven Märkten anständige Margen erwirtschaftet werden?

FRANKFURT. Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Monate kann man zum Jahresauftakt das Glas auch einmal halb voll sehen. Weltweit haben alle Akteure an den Finanzmärkten begriffen, dass die Krise eine neue Ära für die Bankenbranche eingeläutet hat. Der Staat ist mit seinen Hilfspaketen eingesprungen, die Zentralbanken haben sich als Feuerwehren bewährt und die Selbstheilungskräfte sind in Gang gekommen.

Einen zweiten Zusammenbruch wie im Fall der US-Investmentbank Lehman Brothers wird man voraussichtlich nicht mehr erleben, die Auswirkungen wären - das hat dieser einzigartige "Praxistest" außerhalb der Theorie gezeigt - zu verheerend. Die Abschreibungen auf Wertpapiere und Übernahmekredite als Folge der Finanzkrise haben ihren Zenit überschritten, weltweit dürften hier rund zwei Drittel der Belastungen durch sein, schätzen Experten.

Die zweite große Belastungsprobe für die Kreditinstitute werden 2009 die steigenden Forderungsausfälle in der Rezession - die eigentliche Überlebensfrage stellt sich aber mit der Strategie für das "richtige" Geschäftsmodell der Zukunft. "Die Frage ist für die Banken hierzulande: Wo kann ich anständige Margen erwirtschaften im extrem wettbewerbsintensiven deutschen Markt?", bringt es Sabine Lautenschläger, die Bankenexpertin der Finanzaufsicht BaFin auf den Punkt.

Fest steht, dass in den nächsten Jahren die "Renaissance der Universalbank" das beherrschende Thema sein wird. Dabei dürfte das "Privat- und Firmenkundengeschäft ertragsseitig als Grundpfeiler des Gewerbes angesehen werden", wie es die Unternehmensberatung Bain formuliert. In diese Stoßrichtung passt auch die Strategie der Deutschen Bank, die im angebrochenen Jahr mit der Übernahme der Postbank ihre Position als Branchenprimus verteidigen will. An diesem Deal dürfte es kaum noch etwas zu Rütteln geben, auch wenn über die Frage "zu teuer oder nicht?" noch einige Diskussionen zu erwarten sind. Aber wie formulierte es ein anonym bleibender Analyst jetzt so trefflich: "Wer fragt noch in ein paar Jahren, was die Übernahme gekostet hat, wenn am Ende die Strategie aufgeht?" Zunächst jedoch wird es nochmals negative Schlagzeilen hageln: das vierte Quartal 2008 war für alle deutschen Banken verheerend, es wird auch bei der Deutschen Bank ins Kontor schlagen, wobei das Investment-Banking besonders negativ auffallen dürfte.

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