Krise und Regulierung
US-Banken verlieren ihren Glanz

Die US-Banken ächzen unter der Euro-Schuldenkrise. Auch ihre eigenen Regeln zum Abbau von riskanten Geschäften werden den Banken nun zum Verhängnis. Im zweiten Quartal steht es schlecht um ihre Profitabilität.
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New YorkDie Stars der Wall Street sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die einst hochprofitablen globalen Großinstitute aus der Weltfinanzhauptstadt New York können ihren Aktionären derzeit bestenfalls mickrige Renditen bieten. Jüngstes Beispiel ist die Investmentbank Morgan Stanley, die am Donnerstag für das zweite Quartal eine Eigenkapitalrendite von mageren 3,7 Prozent auswies. In den Zeiten vor der Finanzkrise waren 25 bis 30 Prozent die Regel. Den übrigen Instituten geht es ähnlich.

Das hat auch mit der Euro-Schuldenkrise zu tun. Gleichzeitig machen sich aber auch die Folgen der immer härter werdenden Regulierung bemerkbar. „Man darf das nicht unterschätzen. Dodd-Frank hat den Banken ganze Einnahmeströme weggenommen“, sagte kürzlich Sallie Krawcheck, ehemals Topmanagerin bei Bank of America und Citigroup.

Sie spielte damit auf das Regulierungsgesetz Dodd-Frank-Act an, mit dem die US-Regierung die Wiederholung einer Finanzkrise zu verhindern sucht. Unter anderem verbietet das Gesetz Zocken auf eigene Rechnung und schränkt die Möglichkeiten, Gebühren im Kreditkartengeschäft zu erheben, drastisch ein.

Im zweiten Quartal kam verschärfend eine massive Zurückhaltung der Kunden im Kapitalmarktgeschäft wegen der Euro-Schuldenkrise hinzu. So brach etwa bei Morgan Stanley der Vorsteuergewinn im Handelsgeschäft um fast 70 Prozent ein. Die Bank wies einen Nettogewinn von einer halben Milliarde Dollar aus und kehrte damit – verglichen mit dem durch Sonderposten belasteten Vorjahresquartal – in die Gewinnzone zurück. Ohne Berücksichtigung dieses Sonderfaktors ging der Gewinn jedoch um die Hälfte zurück und und verfehlte die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie rutschte um über vier Prozent ab.

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Abbau riskanter Geschäfte schmälert den Gewinn

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  • bei der misswirtschaft, korruption und fehlentscheidungen die dort die letzten jahre geherrscht haben, müssten die nach allen marktgesetzen pleite sein. Allein die subventionen und andere vorteile, die sie aufgrund ihrer politischen macht haben, hält sie am markt.

  • Man könnte ja fast Mitleid mit den verarmten Geldhäusern bekommen.

  • "Die US-Banken ächzen unter der Euro-Schuldenkrise".
    Das tut mir jetzt aber unendlich leid, echt. Es ist wohl eher umgekehrt, die Krise fing in den USA und England an, und diese ächzt wohl eher unter den eigenen Versäumnissen und der eigenen lahmenden Wirtschaft, und den Tellerwäschern.
    Wie sich die Sichtweisen doch mit der Zeit einfach verschieben, nur weil es wo geschrieben wird?

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