Krise war schlimmer als gedacht: Großreinemachen bei der Dekabank

Krise war schlimmer als gedacht
Großreinemachen bei der Dekabank

Das Geschäftsjahr 2006 stand bei Dekabank im Zeichen des „Großreinemachens“. Neben der Sanierung des auf Deutschland konzentrierten offenen Immobilienfonds wurden Zinsrisiken in erheblichem Umfang reduziert und die Konzernstruktur komplett umgebaut. Dabei hat der Vermögensverwalter der Sparkassen sein Ergebnis gesteigert, die internen Ziele wurden aber nicht ganz erreicht.

FRANKFURT. „Die Ziele, die wir uns vorgenommen haben, sind weitgehend umgesetzt“, teilte Vorstandschef Franz S. Waas am Donnerstag zwar offiziell mit. Dabei bezog er sich offenbar hauptsächlich auf das Konzernergebnis vor Steuern, das 2006 um sechs Prozent auf 447 Mill. Euro gestiegen ist. Intern orientiert sich die Dekabank aber am wirtschaftlichen Ergebnis. Hier habe man zwar mit 405 Mill. Euro fast eine Verdoppelung erreicht, das Planziel von 491 Mill. Euro aber verfehlt, hieß es in Vorstandskreisen.

Die Dekabank war unter dem früheren Vorstandschef Axel Weber 2004 in die Krise geraten. Auslöser waren Abflüsse in Milliardenhöhe aus offenen Immobilienfonds. Insgesamt kostete die Sanierung dieser Fonds unter dem Strich 460 Mill. Euro, alleine im vergangenen Geschäftsjahr wurde das Ergebnis nach Angaben aus Vorstandskreisen mit 123 Mill. Euro belastet.

Schlechter Zustand

Beim Amtsantritt von Waas war die Dekabank offenbar in einem sehr viel schlechteren Zustand als bisher bekannt war. „Der Patient war schon auf der Intensivstation“, heißt es heute in Vorstandskreisen. Neben der Immobilienkrise sei die Bank unter Ex-Chef Weber große Zins- und Kreditrisiken eingegangen. „Das waren fast schon Zustände wie bei einem riesigen Hedge-Fonds“, heißt es weiter. Das neue Top-Management trat hier auf die Bremse, deshalb fiel das Zinsergebnis im vergangenen Jahr um 150 Mill. Euro zurück. Belastet hat auch, dass der Restrukturierungsaufwand nicht über die kommenden Jahre gestreckt wurde, sondern in die Bilanz für 2006 gepackt wurde. Wir sind gut im Plan, 2008 ein wirtschaftliches Ergebnis von 650 Mill. Euro zu erreichen“, sagte ein Dekabank-Manager.

Mit der Umstrukturierung hat die Bank auch eine neue Strategie eingeläutet. Zukünftig will sie Risikomanager und nicht Risikonehmer sein. Zinsabhängige Geschäfte sollen eine untergeordnete Rolle spielen, alle Kräfte sollen sich auf das Vermögensmanagement und den Vertrieb der Fondsprodukte konzentrieren.

Managermacht beschnitten

Unter dem neuen Vorstand wurden in den vergangenen Monaten die Kompetenzen vieler Manager in den mittleren Führungsebenen beschnitten. Mit einer Strategie der „kalkulierten Unruhe“ und leistungsorientierten Vergütungen wurden die Mitarbeiter auf Trab gebracht, Privilegien reihenweise abgeschafft. „Es gab einen ausgeprägten Kuschelfaktor und eine Bequemlichkeit, wie ich sie in den vergangenen 20 Jahren nicht erlebt habe“, sagte einer der neuen Top-Manager bei der Dekabank.

In Zukunft soll die Performance der Publikumsfonds weiter verbessert und die Marktführerschaft bei Dachfonds und der fondsgebundenen Vermögensverwaltung verteidigt werden. Intern heißt es, beim Programm „First Choice Deka“, das die Dekafonds in Performance und Umsatz wieder an die Spitze bringen soll, sei etwa die Hälfte des Weges erreicht. Mit der neuen Konzernstruktur sei die Basis für zukünftige Markterfolge gelegt. Mit der anstehenden Verwertung des Hauptgebäudes „Trianon“ in der Frankfurter City neige sich auch der Verkauf eigener Immobilien dem Ende zu. „Wir müssen jetzt Absatzerfolge bringen, allein mit Umstrukturierungen kann man kein Geld verdienen“, sagte ein Vorstandsmitglied.

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