Kriselnde Landesbank
Faule Schiffskredite drücken NordLB in die roten Zahlen

Deutschlands drittgrößte Landesbank macht im ersten Halbjahr einen heftigen Verlust. Die Bank leidet darunter, dass viele Kredite in der Schifffahrt ausfallen. Kann ein Verkauf der Schiffskredite Abhilfe schaffen?

FrankfurtDie NordLB hat das erste Halbjahr mit einem deutlichen Verlust in Höhe von 364 Millionen Euro vor Steuern abgeschlossen. Vorstandschef Gunter Dunkel hatte bereits im Frühjahr angekündigt, dass die nach der Bilanzsumme drittgrößte Landesbank bedingt durch die schlechte Lage auf den Schifffahrtsmärkten im laufenden Jahr mit einem Minus rechnet. Doch die Lage ist schlimmer als erwartet: „Die sich im ersten Halbjahr nochmals verschärfende Schiffskrise hat höher als geplante Wertberichtungen notwendig gemacht“, sagte Dunkel bei Vorlage der Halbjahreszahlen.

Die Nettozuführungen zur Risikovorsorge stiegen im Berichtszeitraum von 210 Millionen auf mehr als eine Milliarde Euro. Überwiegend entfallen diese auf Einzelwertberichtigungen im Schiffsportfolio. Die Zahlen der Tochtergesellschaft Bremer Landesbank sind dabei berücksichtigt.

Angesichts der Dauerkrise im Schifffahrtsbereich arbeitet die Bank bereits an einem Abbau des Schifffahrtsportfolios. Seit Anfang des Jahres ist das Volumen bereits von 19 Milliarden Euro auf 17,9 Milliarden Euro zurückgegangen. Vor wenigen Tagen kündigte der nach der HSH Nordbank zweitgröße Schiffsfinanzierer an, dass die Private-Equity-Gesellschaft KKR gemeinsam mit einem Staatsfonds Schiffskredite in einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro von der NordLB übernehmen wird. Mittelfristig soll das Schiffskreditvolumen auf zwölf bis 14 Milliarden Euro schrumpfen.

Die harte Kernkapitalquote sank im ersten Halbjahr von 13,1 Prozent auf zwölf Prozent. Damit sieht sich die Bank ausreichend gepolstert. Doch weitere Belastungen stehen an. Denn die Träger der Tochtergesellschaft Bremer Landesbank haben sich darauf verständigt, dass die NordLB die Bank komplett übernimmt. Alternativ wurde darüber nachgedacht, dass das Land Bremen einen Anteil an der NordLB erhält.

Diese Variante wurde jedoch aus beihilferechtlichen Erwägungen verworfen. Für die komplette Übernahme, die NordLB hält derzeit knapp 55 Prozent, dürfte ein Kaufpreis in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe fällig sein. Die Bremer Landesbank kann die hohe Risikovorsorge für Schiffskredite aus eigener Kraft nicht mehr tragen.

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