Krisenbank
Dexia kommt wohl ohne weitere Hilfen aus

Die Anforderungen des EU-Bankenstresstests wird die Krisenbank Dexia wohl nicht packen, dennoch scheinen die Eigner Frankreich und Belgien um weitere Zuschüsse herumzukommen. Geplant ist eine „Sonderbehandlung“.
  • 0

Dublin/BrüsselFrankreich und Belgien kommen womöglich um weitere öffentliche Zuschüsse für die gemeinsame Krisenbank Dexia herum. Auch wenn das mittlerweile weitgehend verstaatlichte Institut nicht die Anforderungen des EU-Bankenstresstests erfüllen sollte, muss dies offenbar nicht zwingend bedeuten, dass weitere staatliche Hilfen erforderlich seien. Gespräche von Finanzaufsehern aus der EU und der Euro-Zone mit den belgischen Behörden über eine „Sonderbehandlung“ für Dexia im Rahmen der Tests steuerten auf ihr Ende zu, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in dieser Woche.

Das 1996 aus einer Fusion heraus entstandene frankobelgische Institut war während der weltweiten Finanzkrise in die Schieflage geraten. Seither musste es mit bislang zwölf Milliarden Euro gestützt werden. Doch die Lage bleibt angespannt. Im März hatte Dexia gewarnt, dass die Bank womöglich bei der EU-Prüfung durchfallen könnte und deswegen vielleicht weiteres Kapital aufnehmen müsste. Das wiederum würde bedeuten, dass aller Voraussicht nach die französischen und belgischen Behörden einspringen müssten.

Ein Informant sagte aber, Dexia sei im Rahmen der Gespräche in den vergangenen Tagen ein Zugeständnis gemacht worden. Demzufolge sollen die Bücher des Instituts weniger streng geprüft werden als die anderer Geldhäuser. Details nannte der Informant nicht. Eine weitere Person betonte allerdings, dass noch nicht endgültig feststehe, wie Dexia behandelt werde.

Dexia lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie die europäischen Behörden und die belgische Zentralbank, die Dexias Aufseher ist. Den Stresstests der EU-Bankenaufsicht und der Europäischen Zentralbank unterziehen sich in Europa mehr als 120 Institute. Geprüft wird die Widerstandsfähigkeit der Geldhäuser im Krisenfall. Die Banken müssen dabei unter Beweis stellen, dass sie eine schwere Rezession drei Jahre lang überstehen würden, ohne dass ihr sicheres Kapitalpolster auf weniger als 5,5 Prozent der Bilanzrisiken abschmilzt. Einige Banken haben sich bereits vorab Kapital besorgt. So kündigte auch die Deutsche Bank kürzlich eine Kapitalerhöhung um acht Milliarden Euro an, die sie unter anderem mit den verschärften Anforderungen der Regulierer begründet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krisenbank: Dexia kommt wohl ohne weitere Hilfen aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%