Krisenbank
ÖVAG erwartet Millionenverluste

Die Bank ÖVAG schreibt weiter rote Zahlen: Ein Minus von 67 Millionen Euro verbucht sie nach drei Quartalen. Der Grund dafür seien die Sanierungsmaßnahmen. Dennoch kann das Volksbank-Institut auch einen Erfolg melden.
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WienDas teilstaatliche Volksbanken-Institut ÖVAG kommt noch lange nicht aus der Krise. Im Zuge der Sanierung werde die Bank voraussichtlich noch bis mindestens Ende 2015 rote Zahlen schreiben, kündigte die ÖVAG am Donnerstag an. Auch im laufenden Jahr werde unter dem Strich ein „deutlicher" Verlust stehen, bekräftigte der Konzern. Grund dafür seien Kosten für die Verkleinerung der Bank und Probleme bei der kriselnden Tochter in Rumänien. Weitere Staatshilfe benötige das Institut trotz der trüben Aussichten vorerst nicht, sagte ein Sprecher.

Seit der Finanzkrise hat die Bank bereits mehrmals staatliche Unterstützung erhalten - zuletzt hatte sich die Republik mit gut 43 Prozent an dem Geldhaus beteiligt. Im Gegenzug muss die ÖVAG nun schrumpfen und sich von ihrer Leasingtochter und den Töchtern in Rumänien und Malta trennen. „Solche Abbauprozesse belasten naturgemäß das Ergebnis massiv", hieß es in der Mitteilung.

In den ersten drei Quartalen stand ein Minus von 67 Millionen Euro zu Buche - nach einem Plus von knapp 600 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damals profitierte die Bank allerdings von einem positiven Einmaleffekt über 700 Millionen Euro. Bereinigt um diesen ging der Verlust im Jahresvergleich etwas zurück. Grund dafür waren geringere Vorsorgen für faule Kredite, die der Bank in Rumänien zu schaffen gemacht hatten.

Für die Bank stehe derzeit jedoch nicht die Ergebnisentwicklung im Vordergrund, sondern die Kapitalausstattung, hieß es in der Mitteilung. Die ÖVAG ist eine jener sechs österreichischen Banken, deren Bilanzen die EZB bei ihren umfassenden Tests unter die Lupe nehmen will. Dabei müssen die Institute ein sicheres Eigenkapitalpolster von acht Prozent ihrer Bilanzrisiken vorweisen. Ergebnisse werden erst im Herbst nächsten Jahres erwartet.

Wie die ÖVAG dabei abschneiden wird, ist offen. Die Bank veröffentlicht keine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1), an der sich die Aufseher orientieren, sondern nur eine Kernkapitalquote (Tier 1). Diese stieg per Ende September auf 13 Prozent nach 10,9 Prozent Ende 2012.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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