Krisenbank: Pleite der Hypo Alpe Adria wäre teuer

Krisenbank
Pleite der Hypo Alpe Adria wäre teuer

Ginge die österreichische Hypo Alpe Adria pleite, bliebe die BayernLB auf Ansprüchen aus dem rückabgewickelten Deal sitzen. Doch die Option, die Österreich erwägt, würde auch für andere Akteure sehr teuer.
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WienDie Österreichische Nationalbank schätzt die Kosten bei einer Pleite der staatlichen Krisenbank Hypo Alpe Adria auf rund 16 Milliarden Euro. Diese Zahl ergäbe sich aus Verlusten, die unter anderem für Eigenkapitalgeber und Gläubiger entstünden, berichtete der „Standard“ am Donnerstag unter Berufung auf ein internes Papier der Notenbank von Mitte November vergangenen Jahres. Hinzu kämen Folgekosten von weiteren sechs bis acht Milliarden Euro – etwa durch die dann absehbaren höheren Refinanzierungskosten sowie mögliche Schieflagen weiterer Hypo-Landesbanken, die dann für die Hypo Alpe Adria einspringen müssten.

Die österreichische Regierung ringt bereits seit Monaten um ein Modell zur Abwicklung der von der BayernLB in einer Notaktion übernommenen Bank. Neben verschiedenen Szenarien für eine Abbaugesellschaft mit und ohne Beteiligung privater Banken wird auch immer wieder über eine Pleite der Hypo diskutiert – mit dem Argument, dies sei die billigste Variante.

Hintergrund ist ein erbitterter Rechtsstreit mit der BayernLB um die Rückzahlung von milliardenschweren Krediten. Die Österreicher wollen die Darlehen mit Verweis auf die Schieflage der Hypo nicht zurückzahlen. Bei einer Pleite der Bank wären die Ansprüche der Bayern wohl hinfällig.

Zuletzt hatten Regierung und Nationalbank erklärt, eine Pleite der Hypo komme nicht in Frage. Das Finanzministerium schließt einen solchen Schritt jedoch nicht mehr kategorisch aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • dann können die aber nicht sowas von gestärkt aus der Krise gekommen sein, wie Seehofer einst behauptete.

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