Krisenbank verkauft Kreditpaket
Spanische Catalunya-Bank verschlankt sich

Risiken loswerden, Ballast abwerfen, schlanker werden – die staatliche spanische Bank Catalunya kann ein umfangreiches Kreditpaket absetzen. Dmit kommt so ihrem Ziel einen Schritt näher: Private Investoren anzulocken.
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MadridDie verstaatlichte spanische Krisenbank Catalunya verkauft ein milliardenschweres Paket an Immobilienkrediten an den Finanzinvestor Blackstone. Das US-Unternehmen lege dafür 3,6 Milliarden Euro auf den Tisch, teilte Catalunya am Donnerstag mit und bestätigte damit entsprechende Reuters-Informationen. Im Bieterwettkampf unterlegen war unter anderem ein Konsortium um den Finanzinvestor Oaktree, zu dem nach Angaben aus Finanzkreisen auch die Allianz-Tochter Pimco sowie die Deutsche Bank gehörten.

Wie viele andere spanische Banken geriet auch Catalunya durch das Platzen der Immobilienblase auf dem Heimatmarkt ins Schlingern. Der Staat musste dem Institut mit zwölf Milliarden Euro unter die Arme greifen. Zwei Versuche, die Bank wieder zu privatisieren, scheiterten, weil Bieter mehr Staatsgarantien forderten. Der milliardenschwere Kreditverkauf - einer der größten in Europa in den vergangenen Jahren - könnte nun ein wichtiger Meilenstein sein. Denn damit verschlankt sich Catalunya deutlich und lädt Risiken ab. Die großen spanischen Banken Santander, BBVA und Caixa haben bereits grundsätzliches Interesse an einer Übernahme signalisiert.

Unmittelbar nach der Finanzkrise galten Hypothekenpapiere noch als unverkäuflich. Doch das hat sich geändert. Vielerorts haben sich die Märkte erholt und Finanzinvestoren sind vor dem Hintergrund der anhaltend niedrigen Zinsen auf der Jagd nach lukrativen Investments. Auch die Commerzbank hatte das beim Ausverkauf ihrer milliardenschweren Immobilienkredite im Ausland für sich nutzen können.

Die Preisabschläge sind jedoch noch immer erheblich, wie sich nun auch bei Catalunya zeigt: Das Paket, das Blackstone übernimmt, hat eigentlich einen Buchwert von etwa 6,4 Milliarden Euro. Allerdings gilt ungefähr die Hälfte der Kredite nach wie vor als ausfallgefährdet. Um die Verluste für Catalunya zu begrenzen, sprang der staatliche Bankenrettungsfonds Frob abermals ein - mit 572 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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