Kulturkampf in Italien: Unicredit-Chef Rampl gerät unter Druck

Kulturkampf in Italien
Unicredit-Chef Rampl gerät unter Druck

Kaum hat Dieter Rampl den nicht mehr geschätzten Vorstandschef Alessandro Profumo bei der italienischen Großbank Unicredit aus dem Amt gedrängt, da droht Ungemach aus Rom. Die Bankenaufsicht fordert in einem brisanten Brief, die Nachfolge von Ex-Vorstandschef Profumo zügig zu regeln.
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MAILAND MÜNCHEN WIEN. Die Banca d'Italia unter Führung von EZB-Ratsmitglied Mario Draghi hat Rampl einen brisanten Brief geschrieben. Absender war Stefano Mieli, der die Bankenaufsicht leitet. Draghis Wachmann möchte wissen, ob es wirklich nötig war, dass Rampl als Verwaltungsratschef erst Profumo feuerte und sich dann auch noch zum Vorstandsvorsitzenden machte.

Weil die Unicredit eine komplexe und systemrelevante Bank sei, fordert der Aufseher Rampl auf, „die verschiedenen Aufgabenbereiche der verschiedenen Organe zu einer stabilen und kohärenten Ordnung zurückzuführen – im vollen Einklang mit den regulären Vorschriften“. Im Klartext: Rampl soll alsbald einen anderen Nachfolger für Profumo finden.

Die ungewöhnlich deutlichen Worte gipfeln in drei Fragen und einer Anordnung: Wie weit reichen die operativen Befugnisse Rampls? Wie lange will er den doppelten Chef geben? Entspricht die 40-Millionen-Euro-Abfindung für Profumo den Vergütungsregeln? Und: Rampl soll, bitte schön, das Protokoll der denkwürdigen Verwaltungsratssitzung vom Dienstagabend abliefern, bei der Profumos Abgang besiegelt worden war.

Rampl brütet nun über den Antworten. Beruhigen kann er die Aufseher am besten mit einem Profumo-Nachfolger. Doch der ist bisher nicht in Sicht. Der Präsident darf nach italienischem Recht nur in absoluten Ausnahmefällen und nur für kurze Zeit die exekutiven Aufgaben der Bank übernehmen.

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