Kunden wechseln auf der Jagd nach hohen Prozenten häufig die Institute: Lockangebote schaden den Banken

Kunden wechseln auf der Jagd nach hohen Prozenten häufig die Institute
Lockangebote schaden den Banken

„Satte drei Prozent Zinsen – täglich verfügbar“, wirbt die Dresdner Bank mit dem Foto einer jungen rotblonden Frau. Bei der Deutschen Bank schieben blau gekleidete Bobfahrer den Schlitten für die drei Prozent „Turbozinsen“ an. Der Online-Broker Comdirect lockt die Kunden mit einem Girokonto, das – statt Gebühren zu kassieren – monatlich einen Euro auszahlt. Auch die Mutter Commerzbank hat in jüngster Zeit mit mehreren aggressiven Zins-Angeboten geworben.

FRANKFURT/M. „Die Lockangebote der Banken haben in den vergangenen beiden Jahren deutlich zugenommen“, stellt Lars Gehner von der Unternehmensberatung Mercer Oliver Wyman fest. Doch die aggressive Werbung birgt auch Gefahren. „Die Banken erziehen die Kunden zum Wechseln“, mahnt Konrad Becker, Analyst von Merck Finck. Denn wer einmal wechsele, wechsele auch ein zweites Mal. Bislang waren viele Deutsche ihrer Bank oft über Jahrzehnte lang treu – Ehen sollen im Durchschnitt kürzer dauern. Doch nun werden sie von den Geldhäusern selbst zum Seitensprung verlockt – und könnten sich dran gewöhnen.

Die Schnäppchensuche entspricht dem generellen Trend der Deutschen. So wie Elektro-Ketten Kunden mit Slogans wie „Geiz ist geil“ ködern, sprechen auch die Banken den Schnäppchen-Instinkt an. Berater Gehner weist darauf hin, dass die Verbraucher heute dank Internet viel besser informiert sind als noch vor zehn Jahren. „Es werden automatisch Smart-Shopper angezogen, die beim nächstbesseren Angebot weiterziehen“, stellt er fest.

Doch die Banken haben keine andere Wahl, als den Trend mitzumachen. „Beginnt ein Institut den Preiswettbewerb, so müssen andere auf Grund der hohen Markttransparenz nachziehen“, sagt Gehner. Das jüngste Beispiel sind die Sparkassen, die auf den Erfolg der Direktbanken reagieren und nun auch neue Anlage-Konditionen entwickeln.

Seite 1:

Lockangebote schaden den Banken

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%