Kundeneinlagen
Die Schlacht der Banken um den Spargroschen

Als Finanzierungsquelle werden private Kundeneinlagen für deutsche Banken immer wichtiger. Der Konkurrenzkampf um Marktanteile könnte vor allem zu Lasten der Sparkassen und Genossenschaftsbanken gehen.
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Frankfurt Privatkunden können sich freuen. Um ihre Gunst werden die Banken nach Einschätzung von Fachleuten in den nächsten Jahren ganz besonders stark buhlen. Vor allem den Spargroschen der Kunden gilt das verschärfte Interesse der Banken. "Um die Kundeneinlagen wird es weiter einen scharfen Wettbewerb geben", sagt Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbands deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), dem Handelsblatt.

Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein. "Ich gehe davon aus, dass der Wettbewerb um die Einlagen in den kommenden zwölf Monaten deutlich zunehmen wird", sagt Oliver Mihm von der Bankberatung Investors Marketing. Vorreiter könnten dabei mit höheren Zinsen neue Kunden und Geld gewinnen.

Ein wichtiger Grund dafür sind die Erfahrungen aus der Finanzkrise und künftige Änderungen im Aufsichtsrecht. Neue internationale Regeln für Banken (Basel III) werden dafür sorgen, dass Banken die sich selbst vor allem über Kundeneinlagen finanzieren, künftig besser dastehen. "Eine stabile Einlagenseite wird auch vor dem Hintergrund der geplanten Liquiditätsregeln aus Basel III für jede Bank überlebensnotwendig sein", bekräftigt Fröhlich.

Bislang schlagen sich die Banken in Deutschland höchst unterschiedlich: So hatten Privatkunden im Februar laut Bundesbank-Statistik 1,6 Billionen Euro auf die hohe Kante gelegt, 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Sparkassen erzielten aber nur einen Zuwachs von 1,7 Prozent. Die Genossenschaftsbanken, die 2010 noch stets Marktanteile gewonnen hatten, wuchsen im Februar ähnlich stark wie der Markt mit 3,2 Prozent. Gewinner waren die kleineren Privatbanken, zu denen auch die ING-Diba zählt. Sie legten 8,6 Prozent zu. Großbanken verloren 2,6 Prozent.

Dennoch geht Dirk Schiereck, Professor an der TU Darmstadt, davon aus, dass der sich anbahnende Verdrängungswettbewerb vor allem zulasten von Sparkassen und in geringerem Ausmaß auch zulasten der Genossenschaftsbanken gehen könnte. Die spielten ihre Vorteile, eine größere Kundennähe, noch zu selten aus, um ihre Kunden an sich zu binden. "Ich habe den Eindruck, dass diesen beiden Bankgruppen noch nicht bewusst ist, was für ein Konkurrenzkampf um Kundeneinlagen ihnen blüht und wie viel Geschäft sie an Wettbewerber verlieren könnten", sagt er.

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Kommentare zu " Kundeneinlagen: Die Schlacht der Banken um den Spargroschen"

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  • Realitätsfern....

    Von einem Kampf um die Kunden kann nicht die Rede sein, insb. nicht wenn es um Gelder von GmbHs geht. Die wenigsten Banken bieten überhaupt etwas an, über 1% ist schon eine Seltenheit.

  • Ich habe kein Konto mehr. Nur Bares, ist Wahres.

  • "Um die Kundeneinlagen wird es weiter einen scharfen Wettbewerb geben"

    Na vielleicht wäre das anpassen von Soll und Habenzinsen ein guter Anfang :)
    Haben 0,50% am Giro, soll 9,25% zzgl. Provision...
    Das ist Abzocke, meine "Bank" sieht nur das was ich 1-2Monate lang liquide brauche. Der rest ist in Sachwerte investiert!

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