Kundengelder: Sal Oppenheim schafft die Trendwende

Kundengelder
Sal Oppenheim schafft die Trendwende

Die Bank Sal Oppenheim hat ihren Geldabfluss gestoppt. Nach Auskunft von Bankchef Wilhelm von Haller hat das Institut in den vergangenen drei Monaten unterm Strich wieder mehr Geld von Kunden eingeworben, als Kunden Geld abgezogen haben.
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FRANKFURT. Das Plus bewege sich im dreistelligen Millionenbereich sagte von Haller auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch". Aufs ganze Jahr gesehen gibt er sich optimistisch, dass der Trend anhält. Oppenheim habe unter dieser Voraussetzung eine Chance, bereits im nächsten Jahr der Gewinnschwelle "sehr nahe" zu kommen. Von Haller hat vor rund neun Monaten die Führung des Bankhauses übernommen, das zuvor durch Missmanagement der früheren Eigentümer an den Rande des Zusammenbruchs geraten war.

Die Fehler des ehemaligen Managements um Matthias Graf von Krockow beschäftigen inzwischen die Staatsanwaltschaft, die erst in der vergangenen Woche erneut die Privaträume der Beschuldigten durchsucht hat. Die Deutsche Bank hatte die Kölner Bank übernommen und führt sie inzwischen als 100prozentige Tochter. Der ehemalige Deutsche Bank-Manager von Haller übernahm die Führung. Er muss die Bank neu positionieren, die unrühmliche jüngere Vergangenheit vergessen machen und aufpassen, dass Oppenheim nach außen nicht als bloßes Anhängsel der Deutschen Bank dasteht.

Von den Zahlen her sind die Privatbankiers in Köln durchaus mit der privaten Vermögensverwaltung der Deutschen Bank zu vergleichen. Beide betreuen rund 60 Mrd. Euro an Kundengeld. Oppenheim dürfte versuchen, sich mit Blick auf das Kundensegment noch höher zu positionieren. "Wir würden etwas falsch machen, wenn wir nicht an der einen oder anderen Stelle um Kunden rangeln", sagte von Haller.

Er kündigte an, dass die Kölner die Zahl ihrer Niederlassungen in Deutschland aufstocken wollen. Zu den acht Filialen kommt aktuell Bielefeld dazu. Weitere sollen im nächsten Jahr folgen. Auch bei den Kundenberatern stockt Oppenheim wieder auf, nachdem in den vergangenen Monaten einige Mitarbeiter dem Bankhaus den Rücken gekehrt hatten. Rund ein Dutzend Kundenberater sollen bis zum Jahresende neu dazustoßen.

Für Vermögensverwalter wie Oppenheim sind solche Zahlen wichtig, da die Kundenberater oft einen Großteil ihrer bestehenden Kunden und deren Vermögen mitbringen, wenn sie von einem Haus zum anderen wechseln.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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