Kundenkredite
Japanische Sumoti rettet Promise

Das japanische Unternehmen Sumitomo Mitsui Financial übernimmt den Anbieter von Kundenkrediten Promise. Verschärfte Regeln haben der Branche zugesetzt, die Gewinne sinken seit Jahren.
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TokioIn Japans einst erfolgsverwöhnter Kundenkreditbranche gehen langsam die Lichter aus. Mit Promise rettet sich ein weiteres Unternehmen in die Arme einer heimischen Großbank. Für umgerechnet rund zwei Milliarden Euro übernimmt Sumitomo Mitsui Financial (SMFG) ihre defizitäre Beteiligung Promise nun vollständig. SMFG will die restlichen 78 Prozent kaufen sowie weitere Aktien, die Promise ausgeben wird.

Es war seit längerem darüber spekuliert worden, dass die strauchelnde Firma ganz unter die Fittiche ihrer Muttergesellschaft schlüpfen muss. Die Branche, die ungesicherte Kredite an Verbraucher und Kleinunternehmen vergibt, hat seit Jahren mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen.

Auslöser war ein Gerichtsurteil im Jahr 2006, das die Kundenrechte stärkte. Damit wurde der Weg bereitet für eine Senkung der maximalen Zinssätze, die die Institute verlangen dürfen. Zudem eröffnete die Entscheidung Kreditnehmern die Möglichkeit, die Rückzahlung überhöhter Zinsen einzuklagen. Die strengeren Auflagen hatten 2010 die damalige größte Kundenkreditgesellschaft Japans, Takefuji, in den Ruin getrieben.

Die Kundenkreditbranche hatte vor zwei Jahrzehnten ihren großen Boom erlebt, als die Banken nach dem Platzen einer Spekulationsblase Kredite nur noch zögerlich vergaben und die Konjunktur auf Talfahrt ging.

Nach Bekanntwerden der Übernahme durch Japans drittgrößte Bank SMFG war der Ansturm auf Promise-Aktien am Freitag so groß, dass die Papiere vom Handel ausgesetzt wurden. Auch die Papiere der Rivalen Aiful und Acom legten kräftig zu. Acom gehört zu 37 Prozent der größten japanischen Bank Mitsubishi Financial. Aiful hatte 2009 in einem speziellen Verfahren Aufschub bei der Schuldenrückzahlung erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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