Landesbank-Abwicklung
Weitere Hürde bei WestLB-Aufspaltung genommen

Die Abwicklung der WestLB schreitet weiter voran: Einem Bericht zufolge wird auch die Nachfolgebank Portigon von der Einlagensicherung der Landesbanken proftieren. Darauf haben sich das Land und die Sparkassen geeinigt.
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FrankfurtIm Tauziehen um die Aufspaltung der WestLB haben die nordrhein-westfälischen Sparkassen und das Land sich einem Zeitungsbericht zufolge in einem weiteren Konfliktpunkt geeinigt. Die Nachfolgebank Portigon bleibe zur Einlagensicherung Mitglied in der Sicherungseinrichtung der Landesbanken und damit in dieser Hinsicht Teil der Sparkassengruppe, berichtete die "Welt" (Samstagausgabe) unter Berufung auf Beteiligte.

Darauf hätten sich das Land und der Sparkassenverband DSGV geeinigt. Im Gegenzug müsse das Land allerdings eine Garantie übernehmen. Sollte Portigon die Sicherungseinrichtung in Anspruch nehmen, müsste damit letztlich der Steuerzahler haften. Der Verbleib von Portigon in der Sicherungseinrichtung sei zunächst bis 2017 befristet.

Die WestLB soll nach jahrelangem Streit mit der EU-Kommission zum Monatsende aufgespalten werden. Das Sparkassengeschäft soll mit einer Milliarde Euro aus dem Lager der Sparkassen gestützt und der Helaba zugeschlagen werden. Portfolien mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Euro sollen an die Bad Bank EAA gehen.

Die restlichen Mitarbeiter sollen in einer Gesellschaft namens Portigon unterkommen, die vom Land eine Milliarde Euro frisches Kapital bekommt und Dienstleistungen für andere Banken und die EAA übernehmen soll. Letzte Details des Aufspaltungsplans müssen noch geklärt werden.

Für das Scheitern der Landesbank macht WestLB-Vorstandschef Dietrich Voigtländer der "WirtschaftsWoche" zufolge auch die Bundesregierung verantwortlich. Ihre mangelnde Unterstützung habe dazu geführt, dass Alternativkonzepte für das Überleben der WestLB bei der EU-Kommission in Brüssel keine Chance gehabt hätten, sagte Voigtländer dem Magazin.

"Wir hatten viele Feinde in Brüssel und nur wenige Freunde in Berlin. Die WestLB musste in Brüssel schon seit Jahren stellvertretend die Probleme des ganzen Landesbankensektors ausbaden." Wie lange er Vorstandsvorsitzender des WestLB-Nachfolge-Instituts Portigon bleiben werde, ließ Voigtländer offen: "Jetzt sind die Eigentümer dran. Wenn sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Portigon schaffen, bleibt das eine spannende Herausforderung."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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