Landesbank
Bayern verringert Anteil an der BayernLB

Der Freistaat Bayern zieht sich langsam wieder aus der BayernLB – wenn auch nicht freiwillig. Die EU hatte einen nachträglichen Beitrag der Sparkassen für die Rettung der Landesbank gefordert.
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MünchenDer Freistaat Bayern zieht sich ein Stück weit aus der BayernLB zurück. Auf Druck der EU-Kommission übernehmen die bayerischen Sparkassen für rund 830 Millionen Euro Anteile des Freistaats an der Landesbank. Dadurch sinkt der Anteil Bayerns an der Landesbank von 96 auf 75 Prozent. Sparkassenpräsident Theo Zellner unterzeichnete die Vereinbarung mit Finanzminister Markus Söder (CSU), wie der Sparkassenverband am Dienstag in München mitteilte.

Mit dem Schritt beugen sich die Sparkassen dem Willen der EU, die einen nachträglichen Beitrag der Geldinstitute für die Rettung der Landesbank verlangt hatte. Der Freistaat hatte die BayernLB nach der Finanzkrise 2008 mit einer Kapitalspritze von 10 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Die Sparkassen, die damals zur Hälfte Miteigentümer waren, hatten sich aber nicht beteiligt.

Zu der Krise der BayernLB hatte auch der verhängnisvolle Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria beigetragen. Die BayernLB hatte die Bank 2007 übernommen und zwei Jahre später nach Milliardenverlusten an Österreich zurückgegeben, wo sie notverstaatlicht wurde.

Dabei wurde der BayernLB ein umfangreiches Mitspracherecht bei wichtigen Zukunftsentscheidungen eingeräumt. Dieses gilt bis heute: Die österreichische Tochter der kriselnden Hypo Group Alpe Adria (HGAA) braucht aktuell für ihren Verkauf an eine indische Holding die Zustimmung von Bayerns Landesbank. Hypo-Sprecher Nikola Donig bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des „Wirtschaftsblatts“.

Die Bank hatte Ende Mai bekanntgegeben, dass die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd. alle Anteile der Hypo Alpe Adria in Österreich (HBA) für 65,5 Millionen Euro übernehmen wolle. Die BayernLB bestätigte die Anfrage aus Österreich zur notwendigen Zustimmung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Guter Deal für die Sparkassen. Für 10 Milliarden haben Sie knapp 50 Prozent abgegeben. 21 Prozent nun wieder für weniger als 1 Milliarde gekauft.

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