Landesbank: HSH Nordbank könnte Sparkassen schaden

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HSH Nordbank könnte Sparkassen schaden

Das Ende der HSH Nordbank gestaltet sich schwierig. Einerseits fordert es die EU, anderseits verhindern neue EU-Regeln eine Aufspaltung wie bei der WestLB. Die Sparkassen versuchen sich aus der Verantwortung zu ziehen.

FrankfurtViele Manager aus dem öffentlich-rechtlichen Finanzsektor sind froh, dass die HSH Nordbank nicht das Wort „Landesbank“ im Namen trägt. So sei nicht allen Kunden bewusst, dass es sich bei dem kriselnden Geldhaus um ein Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe handle.

Auch wenn Sparkassen-Funktionäre auf die drohende Abwicklung der HSH angesprochen werden, versuchen sie gerne den Eindruck zu erwecken, das Thema gehe sie nichts an. „Einen Fall für die Einlagensicherung kann ich nicht erkennen“, erklärte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon Ende 2015. Im Hintergrund sind die Sorgen dagegen groß. Das Thema berge Sprengkraft, warnen Experten und Banker unisono. „Es kann eine große Belastungsprobe für die Sparkassen-Gruppe werden“, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Die HSH muss auf Druck der EU bis 2018 verkauft oder abgewickelt werden. Sparkassenvertreter verweisen gerne darauf, dass die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein Mehrheitseigner der Bank sind. Die Hauptverantwortung liege somit bei ihnen. Die Sparkassen in der Region halten nur noch fünf Prozent an der HSH. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Bank Mitglied im öffentlich-rechtlichen Haftungsverbund ist, der schwächelnden Instituten in Notlagen hilft. Sollte weder ein Börsengang noch ein Verkauf der HSH gelingen, müssten sich Sparkassen und Landesbanken mit milliardenschweren Rettungsmaßnahmen befassen. Die HSH habe „grundsätzlich Anspruch auf Unterstützung“, sagt Alexander Hendricks, der bei Moody's das Team für Bankenratings in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet. Moody's hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass das Auffangsystem auch funktioniert. Sollte dem nicht so sein, müsste die Ratingagentur auch ihre Noten für alle anderen Landesbanken überdenken.

Der Druck auf die Institute ist auch deshalb groß, weil sie in Brüssel gerade darum kämpfen, dass ihr Haftungsverbund trotz Plänen für einen EU-weiten Sparerschutz erhalten bleibt. „Falls sich die Sparkassen bei einer HSH-Abwicklung wegducken, wird ihre Verhandlungsposition auf EU-Ebene deutlich geschwächt“, sagt ein hochrangiger Banker. Auch von der Europäischen Zentralbank droht dann Ungemach. „Sollte sich zeigen, dass der Haftungsverbund in der Praxis nicht so funktioniert, wie er es den Marktteilnehmern verspricht, wird sich die Aufsicht das System einschließlich seiner Privilegien sicher noch mal anschauen“, sagt Hendricks. Öffentlich-rechtliche Banken müssen Kredite an andere Mitglieder der Gruppe beispielsweise nicht mit Eigenkapital unterlegen. Sollten diese Ausnahmen wegfallen, „würde der Kapitalbedarf für die Institute um mehrere Milliarden Euro steigen“, warnt Hendricks. „Das ist kein kleines Privileg.“

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