Landesbank
HSH startet mit Gewinn ins Jahr

Ein schmales Gewinnplus lässt HSH-Chef Paul Lerbinger von einem „soliden Ergebnis“ im ersten Quartal sprechen. Dabei wird es aber nur bleiben, wenn die krisengeplagte Schiffsfinanzierung nicht weiter einbricht.
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FrankfurtDank steigender Geschäfte im Firmenkundengeschäft ist die HSH Nordbank mit einem kleinen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal um zwei Prozent auf 128 Millionen Euro. „In einem für den gesamten Bankensektor und insbesondere in der Schifffahrt weiterhin sehr herausfordernden Umfeld haben wir dabei ein solides Ergebnis erzielt“, sagte HSH-Chef Paul Lerbinger am Donnerstag. Er geht im Gesamtjahr weiter von einem positiven Ergebnis aus, stellte dies jedoch unter den Vorbehalt, dass „es zu keiner weiteren Verschärfung der Lage in der internationalen Seeschifffahrt kommt“.

Die Schiffsfinanzierung durchläuft seit Jahren eine tiefe Krise, da es Überkapazitäten gibt und sich die Nachfrage wegen der flauen Entwicklung der Weltwirtschaft in Grenzen hält. Die HSH musste deshalb im ersten Quartal Wertberichtigungen auf ältere Schifffahrtskredite vornehmen. Auch der weitere Geschäftsverlauf diesem Jahr werde von den Unsicherheiten der Weltwirtschaft und insbesondere von der Lage Schifffahrt bestimmt werden, erklärte die Bank. Auch die ungewissen Folgen der Staatsschuldenkrise in Europa sowie der weitere Umbau der Bank könnten auf das Ergebnis drücken.

Die HSH hatte sich in der Finanzkrise mit Kredit- und Wertpapiergeschäften verspekuliert und wurde vom Staat mit Milliarden vor dem Aus gerettet. Im Gegenzug für die erhaltenen Staatshilfen muss die HSH nun auf Druck der EU zu einer Regionalbank schrumpfen. Die Flugzeugfinanzierung und das globale Immobiliengeschäft sollen ganz aufgegeben und die Schiffsfinanzierung zurückgefahren werden.

„In diesem Jahr geht es vor allem darum, den Umbau der Bank weiter voranzutreiben, die Erfolge im Kundengeschäft nachhaltig auszubauen und zugleich bei der Umsetzung der Vorgaben der EU-Kommission die notwendigen Fortschritte zu machen“, betonte HSH-Chef Lerbinger. Ihn stimmen besonders die zunehmenden Geschäfte mit inhabergeführten Unternehmen und deren Eigentümern zuversichtlich.

Seit Jahresbeginn sank die Bilanzsumme der HSH um drei auf 133 Milliarden Euro. Bis Ende 2014 soll die Summe nach Vorgaben der EU auf 120 Milliarden Euro fallen. Die HSH besitzt noch Verlustgarantien der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein über sieben Milliarden Euro. Vom Bankenrettungsfonds SoFFin hat die Bank noch eine Anleihe über drei Milliarden Euro, will diese jedoch bis Mitte des Jahres tilgen.

Das Ergebnis vor Restrukturierung der HSH Nordbank fiel um ein Viertel auf 183 Millionen Euro, das der Kernbank verbesserte sich um gut 80 Prozent auf 263 Millionen Euro. Die Zahlen wurden von zahlreichen positiven und negativen Sondereffekten beeinflusst, die sich nach Angaben der Bank weitgehend ausgeglichen haben. Im Gesamtjahr 2011 hatte die HSH unter dem Strich einen Verlust von 263 Millionen Euro ausgewiesen - den höchsten Fehlbetrag aller deutscher Landesbanken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Landesbank: HSH startet mit Gewinn ins Jahr"

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  • Lies mal den Geschäftsbericht der HSH. Dort kannst Du nachlesen, dass die HSH ordentlich Gebühren für die Staatshilfe zahlt und auch schon gezahlt hat. Die komplette Rückführung der Zweitverlustgarantien wird noch dauern, so dass die Garantiegeber weiterhin Erträge dafür erhalten...

  • Schön, daß die HSH-Nordbank wieder Gewinn macht.

    Es wäre angemessen, wenn die HSH-Nordbank dann auch die Staats- Unterstützung zurückzahlt (inklusive Zinsen natürlich!).

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