Landesbank-Konzept
Der Umgang mit der WestLB ist ein Armutszeugnis für Deutschland

Das Konzept für die WestLB steht - für viele Mitarbeiter ist es ein Ende mit Schrecken. In diesem Fall muss man der EU höchst dankbar sein, denn ohne ihren Druck hätte das Siechtum noch länger gedauert.
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Danke, Herr Almunia. Ohne den permanenten Druck des EU-Wettbewerbskommissars wäre den WestLB-Eignern bestimmt wieder etwas eingefallen, was das Siechtum der WestLB nur verlängert hätte. Jetzt haben sich die Protagonisten einschließlich des Bundes auf einen Umbauplan verständigt, der die Auflösung der WestLB vorsieht.

Das wird wieder Geld kosten, aber dieses Mal ist es gut investiert. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Diese Bank hat Milliarden verschlungen und hat es dennoch nicht vermocht, ein nachhaltiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Die WestLB ist ein abschreckendes Beispiel dafür, wie eine Bank erst in den Dienst der Politik gestellt wurde und sich dann in der Geschäftspolitik vergaloppierte – und immer wieder gestützt werden musste. Die einzige Konstante schien manchmal der Wechsel an der Spitze des Vorstandes zu sein.

Management, Aufsichtsrat und die Politik haben bei der WestLB kläglich versagt. So scheiterten Gespräche über eine Fusion von WestLB mit anderen Landesbanken an Standortfragen – der ehemalige CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird sich erinnern. Blamiert hat sich auch der Bund, der zwar mit drei Milliarden Euro in die Landesbank einstieg und endlich ein Faustpfand in den Händen hielt, um die Geschicke der Landesbank in seinem Sinn zu beeinflussen. Davon hat man nichts gemerkt, der Einstieg scheint an keine Auflagen geknüpft gewesen zu sein.

Es ist schon ein Armutszeugnis für Deutschland, dass keiner den Mumm hatte, die Reißleine zu ziehen. Letztlich musste die EU-Kommission die Geschicke der WestLB in die Hände nehmen, um den Beihilfenstrom zu stoppen und den Steuerzahler zu schonen. Aber wie gut, dass es passiert ist.

Kommentare zu " Landesbank-Konzept: Der Umgang mit der WestLB ist ein Armutszeugnis für Deutschland"

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  • Ja dann lösen wir doch als erste Bank die Deutsche Bank auf, denn deren Gewinn resultiert zu 70 % aus Spekulationsgeschäften !

  • Die EU hat das Problem ja erst durch das Streichen der Gewährträgerhaftung hervorgerufen. Die Gewährträgerhaftung war eine für die Länder völlig kostenfreie Möglichkeit, ihren Landesbanken günstige Finanzierungsmittel zu besorgen: Ein Segen für die mittelständische Wirtschaft vor Ort. Denn dadurch gab es günstige Finanzmittel und die Haie der privaten Banken wurden in Schach gehalten.Nach dem Wegfall der Gewährträgerhaftung mußten die Landesbanken ihr Gewinnstreben forcieren, weil sie Eigenkapital aufbauen mußten und nicht - wie die privaten Banken - einfach über die Börse Eigenkapital einsammeln konnten. Die Lobby der Privatbanken in Brüssel ist die Ursache der Probleme der Landesbanken!

  • Die Beispiele IKB und WestLB zeigen wie schnell und spurlos angeblich "systemrelevante" Banken überflüssig werden, ohne dass die Finanzwirtschaft nennenswert davon betroffen wird. Das macht Mut, endlich auch andere überflüssige Banken, die außer der Zinsspekulation kein nachhaltiges Geschäftsmodell besitzen, vom Markt zu nehmen.
    Diesey

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