Landesbank LBBW startet schwächer ins Jahr

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Milliardenstaatshilfe soll vom kommenden Jahr an zurückgezahlt werden

Dank ihrer Fokussierung auf das Kundengeschäft sieht sich die LBBW auf dem richtigen Weg bei ihrer Restrukturierung. „Wir haben in den letzten beiden Jahren 176 Beteiligungen verkauft, liqidiert oder zusammengelegt, sagte Vetter. Dies werde fortgesetzt. Nach der Rettung 2009 durch eine Milliarden-Finanzspritze soll die erste Milliarde im kommenden Jahr zurückgezahlt werden.

Gleichzeitig sind die Gespräche mit den Gesellschaftern über eine Umwandlung von stillen Einlagen in hartes Eigenkapital in Höhe von 3,2 Milliarden Euro in vollem Gange. Sie befänden sich auf einem guten Weg und sollen vor der Sommerpause beendet sein, sagte Vetter.

Die Bank musste in der Finanzmarktkrise 2009 mit einer Kapitalspritze der Gesellschafter - dem Land, der Stadt Stuttgart sowie den Sparkassen - in Höhe von fünf Milliarden Euro gerettet werden. Die Europäische Union machte eine Restrukturierung der Landesbank zur Bedingung für die Genehmigung der Hilfen.

Inzwischen seien die Risikoaktiva insgesamt auf 108 Milliarden Euro zurückgeführt worden nach 121 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Staatsschuldenkrise habe das Kundengeschäft mit 940 Millionen Euro belastet. Insgesamt sei die Bank in den Piigs-Risikostaaten - Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien - noch mit 7,5 Milliarden Euro engagiert, wobei die griechischen Staatsanleihen inzwischen komplett zurückgefahren worden seien.

„Wir wollen den Anteil der Staatsfinanzierung insgesamt drastisch reduzieren“, sagte Vetter und präzisierte: „Wir wollen Richtung Null.“ Nach seiner Einschätzung wird die Krise im Euroraum noch lange andauern. „Wer glaubt, dass die Staatsschuldenkrise innerhalb der nächsten zwei Jahre beendet ist, der irrt“, sagte er. „Wir reden da von Zeiträumen von fünf bis zehn Jahren.“

Belastet wird die Bank zudem durch die neue Bankenabgabe, die 2011 mit 57 Millionen Euro zu Buche schlug. Die Eigenkapitalregeln nach Basel 2.5 hätten die Risikoaktiva um etwa sechs Milliarden Euro erhöht, mit der nächsten Stufe Basel III, erhöhten sich diese nach derzeitigem Stand der Planungen um etwa 13 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Vetter beklagte in dem Zusammenhang eine „Regulierungswelle“ und sagte, „die Leichtigkeit, mit der Termine für drastisch veränderte Kapitalanforderungen wie Basel III mal eben um sieben Jahre vorgezogen und Stresstests unter permanent veränderten Bedingungen durchgeführt werden, darf schon hinterfragt werden“.

  • dapd
  • rtr
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