Landesbank Rheinland-Pfalz verstärkt Private Bankin: Dresdner stößt weitere Geschäftsteile ab

Landesbank Rheinland-Pfalz verstärkt Private Bankin
Dresdner stößt weitere Geschäftsteile ab

Der Umbau der Dresdner Bank geht weiter. Die Bank trennt sich vom Private- Banking-Geschäft der Luxemburger Niederlassung der Dresdner-Bank-Tochter Oldenburgische Landesbank (OLB).

FRANKFURT/M. Der Geschäftsbereich geht an die LRI Landesbank Rheinland-Pfalz International SA, die damit ihre Position im Private Banking stärkt. Aus Bankkreisen heißt es, dass die Bank mit dem Verkauf weiter Doppelfunktionen abbauen will. Schließlich ist sie bereits mit ihrem Privatkundengeschäft in Luxemburg vertreten.

Die LRI, eine Tochter der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), sehe das Private Banking als eines ihrer Kerngeschäftsfelder in Luxemburg an, sagte ein Landesbankenexperte. Das Privatkundengeschäft solle noch im Verlauf des ersten Halbjahres übertragen werden. Die Niederlassung der OLB habe zuletzt 20 Mitarbeiter beschäftigt, über die Höhe des Kaufpreises und des verwalteten Volumens wurden keine Angaben gemacht. Die Oldenburgische Landesbank, die nach früheren Angaben zu knapp 90 % der Dresdner Bank gehört, werde sich zukünftig auf das regionale, mittelständische Geschäft konzentrieren, hieß es in Bankenkreisen. Die LRP wiederum sehe das gehobene Private Banking als „starkes Standbein“ und wolle hier eventuell weiter zukaufen.

Die Transaktion birgt Diskussionsstoff, da die LRP sich als öffentlich-rechtliches Institut einen Teil einer Privatbank einverleibt. Zuletzt war der umgekehrte Weg in den Blickpunkt geraten – die Übernahme von Sparkassen durch private Banken. Die LRI nennt als ihre Kernbereiche International Finance, Treasury, Private Banking und Vermögensverwaltung. Die profitable Landesbanktochter kommt auf ein Geschäftsvolumen von gut 11 Mrd. €.

Erst am Wochenende hatte die Dresdner Bank Stephan-Andreas Kaulvers als zweiten Vorstand für das Privatkundengeschäft berufen. Kaulvers ist bisher Sprecher der OLB, die nun ihr Privatkundengeschäft abtritt. In Bankenkreisen wird die Berufung Kaulvers auch als Zeichen gesehen, dass man mit der Arbeit des bisherigen alleinigen Vorstands für das Privatkundengeschäft, Andreas Georgi, unzufrieden war. Offiziell soll sich Georgi künftig um „komplexe Kundenlösungen“ kümmern, also die „ganzheitliche und individuelle Beratung durch Vermögens-, Vorsorge- und Finanz- und Vermögensplanung“, so heißt es in der Pressemitteilung vom Wochenende.

Kaulvers hingegen soll sich dem für die Bank strategisch wichtigeren „Angebot im täglichen Banking“ widmen. Konkret geht es vor allem darum, das Netz der Agenturen der Konzernmutter Allianz zu nutzen, um Dresdner- Bank-Produkte zu verkaufen. Unter anderem sollen Mitarbeiter in Finanz-, Anlage- und Kreditfragen beraten und den bequemen Zugang zu Online-Banking und Online-Aktienhandel vermitteln. Mit 16 Millionen Allianz-Kunden habe man ein enormes Potenzial, an die Kunden der der Konkurrenten wie Citibank und Sparkassen heranzukommen, erklärt ein Sprecher der Bank und spricht vom Angriff auf die Wettbewerber.

„Es macht sicherlich Sinn, eine gewisse Fokussierung reinzubringen“, sagt Bernd Ackermann, Analyst bei der Rating-Agentur Standard & Poors über die geplante Aufteilung der Kompetenzen im Privatkundengeschäft.

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