Landesbank
WestLB-Zerschlagung zieht sich bis zur letzten Minute

Ab morgen ist die WestLB Geschichte, wenn denn die Verträge rechtzeitig unterschrieben werden. Eigentlich sollten die Unterschriften schon heute erfolgen.
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Düsseldorf/FrankfurtDer Todeskampf der WestLB zieht sich voraussichtlich bis zum Wochenende hin. Da die Verträge zur Zerschlagung des einstigen Flaggschiffs unter den Landesbanken noch nicht unterzeichnet sind, können Aufsichtsrat und Hauptversammlung die Dokumente voraussichtlich erst am Samstag absegnen, hieß es in Finanzkreisen. Ursprünglich war dies bereits bei einer Sitzung am Freitag geplant.

„Wir werden sicherlich noch bis Samstag brauchen“, sagte ein Insider nun. Tausende von Vertragsseiten müssten von Juristen geprüft werden. Der Streit um die Lastenverteilung bei der Zerschlagung der Bank werde aber nicht erneut aufflammen: „Der Prozess ist nicht in Frage gestellt“, versicherte eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person.

Die WestLB muss nach langem Streit mit der EU-Kommission um milliardenschwere Garantien und Beihilfen zum 1. Juli aufgespalten werden. Das Geschäft mit den Sparkassen, die sogenannte Verbundbank, soll an die Landesbank Hessen-Thüringen angedockt werden. Die Verwaltungsrat und die Trägerversammlung der Helaba wollten dem Geschäft eigentlich am Freitag zustimmen. Die Mehrheitseigner der Bank, die Sparkassen in Hessen und Thüringen, haben bereits grünes Licht gegeben.

Geklärt werden muss allerdings noch die Frage, welchen Anteil an der Helaba die beiden Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen-Lippe sowie die Sicherungsreserven der Sparkassen und Landesbanken erhalten. Sie statten die Verbundbank jeweils mit 250 Millionen Euro Kapital und sollen im Gegenzug an der Helaba beteiligt werden. Die Sparkassen in Hessen und Thüringen hatten einer Beteiligung von jeweils 4,3 bis 4,75 Prozent zugestimmt, bei der Trägerversammlung der Helaba soll nun ein genauer Anteil verabschiedet werden.

Von der WestLB werden am Ende drei Teile übrig bleiben. Die Verbundbank hat eine Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro und übernimmt 451 Mitarbeiter. Unverkäufliche Geschäfte und Portfolios mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Euro werden der Bad Bank EAA zugeschlagen. Rechtsnachfolger der verbleibenden WestLB wird der Dienstleister Portigon, der vor allem die EAA bei der Abwicklung des WestLB-Erbes unterstützen soll.

Die Verträge, die die Aufspaltungspläne regeln, müssen aber noch von allen Beteiligten abgezeichnet werden, um endgültig einen Schlussstrich unter das Kapitel WestLB zu ziehen. Anschließend sollen die Dokumente ans Finanzministerium in Berlin und von dort weiter nach Brüssel geleitet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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