Landesbanken BayernLB flirtet mit den Südbanken

Nach der geplatzten Fusion mit der WestLB interessieren sich die Münchener nun für die LBBW und die Helaba. Dabei stoßen sie auf wenig Gegenliebe. In Stuttgart etwa fiel die Reaktion auf den Vorstoß recht kühl aus.
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Die BayernLB will sich trotz des Debakels mit der WestLB nicht aus der Konsolidierung im Landesbanken-Sektor verabschieden. Quelle: dpa

Die BayernLB will sich trotz des Debakels mit der WestLB nicht aus der Konsolidierung im Landesbanken-Sektor verabschieden.

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MÜNCHEN. Die Fusionsverhandlungen der BayernLB mit der WestLB sind gerade erst mit Pauken und Trompeten geplatzt. Zu hoch die Risiken, zu niedrig die Chancen, lautete das vernichtende Urteil der Bayern. Aus der Konsolidierung im Landesbanken-Sektor will sich die BayernLB aber trotz der negativen Erfahrungen nicht verabschieden, ganz im Gegenteil. "Weitere Fusionsüberlegungen im süddeutschen Raum" seien für ihn "ausdrücklich nicht ausgeschlossen", sagte der BayernLB-Verwaltungsratsvorsitzende und bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU). Seine Avancen richten sich vor allem an die LBBW und die Helaba. Doch bislang stoßen die Bayern auf wenig Gegenliebe.

Über eine Konsolidierung im Landesbanken-Sektor wird ja schon seit Jahren gesprochen. Passiert ist allerdings wenig. Mal setzten sich regionale Egoismen durch, mal schienen den Beteiligten die Risiken zu hoch. Im Fall der WestLB glaubt Fahrenschon, dass auch andere Interessenten zurückschrecken werden. An einen Komplettverkauf der Düsseldorfer Landesbank glaubt er nicht mehr.

Bayern sieht seine zehn Milliarden Euro so schnell nicht wieder

Handlungsbedarf besteht im Sektor allerdings weiter. "Die Zukunft alleine löst keine Blütenträume aus", sagte Fahrenschon im Club Wirtschaftspresse München. Die zehn Mrd. Euro, mit der der Staat die Landesbank gerettet hat, werde der Steuerzahler bei einer Stand-Alone-Lösung wohl so schnell nicht wieder sehen. Da private Bieter, die hohe Preise für Banken bieten, derzeit eher Mangelware sind, bleibt zur Wertsteigerung womöglich doch nur die Konsolidierung unter den Landesbanken.

Allerdings, warnt Banken-Professor Klaus Fleischer von der Hochschule München, müssten der potenzielle Partner künftig besser ausgewählt und die Verhandlungen intern besser vorbereitet werden. "Die Gefahr des Scheiterns wie im Fall WestLB - verbunden mit vermeidbarem Flurschaden - scheint ansonsten vorprogrammiert", sagte Fleischer dem Handelsblatt.

Potenzielle Kombinationen im süddeutschen Raum - wie von der bayerischen Staatsregierung angestrebt - gibt es derzeit mehrere. Da ist zunächst einmal die lange vor allem von den Sparkassen forcierte Idee einer Südbank aus BayernLB und LBBW.

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1 Kommentar zu "Landesbanken: BayernLB flirtet mit den Südbanken"

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  • tja, liebe bayern, nur weil in STGT mal keine neuen Verluste geschrieben werden heisst das noch nicht, dass man schon einen Todeskandidaten beherbergen könnte.
    Und wenn man sich überlegt, dass sich Teile der Finanz- und Politik-Elite bayerns gnadenlos bereichert haben an der bLb - da bleibt nur, einen noch Dümmeren zu finden als den bayrischen Steuerzahler, denn der wird das nicht goutieren.

    Schön zu sehen wenn das KoolAid am Ende doch in den Gläsern derjenigen landet, die den Mist vorher heimlich ins Wasser gemischt haben.... :)

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