Landesbanken
BayernLB hat kein Interesse an der HSH

Die Bayern LB hat kein Interesse an einer Übernahme der HSH Nordbank. Chef Johannes-Jörg Riegler setzt weiter auf die Kooperation mit Berenberg – und kündigt sogar eine Ausweitung an.

FrankfurtDie BayernLB will von einer Übernahme der HSH Nordbank nichts wissen. Die zweitgrößte deutsche Landesbank, die in Hamburg im Herbst eine Niederlassung eröffnet hat, mache in der Hansestadt auch dank der Kooperation mit der Privatbank Berenberg gute Geschäfte, sagte BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler am Donnerstag in München. „Da sind wir so erfolgreich, da werden wir uns keine andere Bank anschauen.“ Die HSH muss auf Druck der EU bis 2018 verkauft oder abgewickelt werden.

Die BayernLB setzt seit Anfang 2015 auf die Expertise von Berenberg, wenn einer ihrer Kunden Übernahmen oder Kapitalerhöhungen in Angriff nimmt. Das Hamburger Beratungshaus, das nur über eine kleine Kreditabteilung verfügt, greift im Gegenzug auf die Finanzierungskraft der Bayern zurück. Beide Geldhäuser hätten etliche Deals abgeschlossen und eine lange Liste von Geschäften, die man in den nächsten Monaten gemeinsam angehe, sagte Riegler. Die anfangs nur auf Firmenkunden angelegte Kooperation sei inzwischen auf das Immobiliengeschäft und die Vermögensverwaltung ausgeweitet worden.

Die BayernLB kommt bei ihrer Neuausrichtung gut voran und will bald auch die letzte Altlast aus der Finanzkrise loswerden. Die Rückzahlung von Staatshilfen an das Land Bayern solle vor dem vereinbarten Termin 2019 in Angriff genommen werden, sagte BayernLB-Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in München. "Intern ist es unser Anspruch, das vor der Zeit zu erledigen." Im vergangenen Jahr fuhr die nach der LBBW zweitgrößte deutsche Landesbank dank der robusten Wirtschaftsentwicklung einen Vorsteuergewinn von 640 Millionen Euro ein. Im laufenden Jahr peilt sie erneut einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an.

Die BayernLB hatte sich Anfang des Jahrtausends mit riskanten US-Wertpapieren und der Übernahme der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria verzockt und wurde 2008 mit zehn Milliarden Euro vom Freistaat gerettet. Als Ausgleich für die Staatshilfen verdonnerte die EU-Kommission das Institut dazu zu schrumpfen, Beteiligungen zu verkaufen und bis 2019 fünf Milliarden Euro an das Land Bayern zurückzuzahlen. Inzwischen habe das Geldhaus fast alle Vorgaben erfüllt, sagte Riegler. "Die Sanierung ist abgeschlossen." Offen sei nur noch die Rückzahlung von einer Milliarde Euro an das Land, das Mehrheitseigner der Bank ist.

Wann das Geld fließe, liege nicht alleine in der Hand der BayernLB. "Das ist eine Zusammenspiel zwischen EU, EZB und unseren Trägern." Nach der Rückzahlung und dem Abschluss des EU-Verfahrens würden für die Münchener einige Auflagen der EU wegfallen. Das Institut könnte dann laut Riegler im Ausland wieder etwas aktiver werden und Firmenkunden bei Geschäften in anderen Ländern besser unterstützen. Insgesamt gehe der Umbau der Bank schneller vonstatten als geplant, sagte der seit April 2014 amtierende Chef. "Wir sind zwei Jahr vor der Zeit."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%