Landesbanken BayernLB startet Umbau

Die EU-Kommission dringt bei der Bayern LB auf einen baldigen Eigentümerwechsel. "Der Zeitpunkt dafür ist ein Thema bei den Verhandlungen", hieß es am Mittwoch in Kommissionskreisen. Brüssel bringt dabei Fusionen mit Sparkassen ins Spiel. Auch die Stuttgarter LBBW kann nicht auf Milde hoffen.
Statue des Bayerischen Löwen vor der BayernLB. Die EU-Kommission dringt auf einen baldigen Umbau der Landesbank. Quelle: ap

Statue des Bayerischen Löwen vor der BayernLB. Die EU-Kommission dringt auf einen baldigen Umbau der Landesbank.

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BRÜSSEL/MÜNCHEN/FRANKFURT. Bei den Brüsseler Wettbewerbshütern wird auch nicht ausgeschlossen, dass die Landesbank mit Sparkassen fusionieren könnte. Die Sparkassen wehren sich gegen eine solche Lösung, weil sie ihre Unabhängigkeit in Gefahr sehen. Wenn sich ein entsprechendes Geschäftsmodell als langfristig tragfähig erweise, werde die EU-Kommission sich dem nicht entgegenstellen, hieß dagegen weiter in Brüssel. Es wurde bestätigt, dass die EU-Kommission frühestens im Herbst über den Restrukturierungsplan der BayernLB entscheidet. "Vor der Sommerpause wird das wahrscheinlich zu knapp", hieß es in Brüssel.

Die BayernLB war im Zuge der Finanzkrise zum Sanierungsfall geworden und musste mit einer Eigenkapitalspritze über zehn Mrd. Euro des Freistaats und milliardenschweren Garantien aufgefangen werden. Die Bank reichte bereits Ende April in Brüssel ihren endgültigen Sanierungsplan ein, am 12. Mai hatte die EU-Kommission das Prüfverfahren eingeleitet.

Der Vorstand der BayernLB tritt gegenüber den EU-Wettbewerbshütern bereits heute in Vorleistung und setzt seinen Konzernumbau mit Hochdruck fort. Zum 1. Juli wird eine "Restructuring Unit" ihre Arbeit aufnehmen, in die nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Vermögensteile und Risikoaktiva eingebracht werden, hieß es in Bankkreisen. Verantwortlich zeichnen soll für diesen neuen Bereich Risikovorstand Ralph Schmidt, ab dem dritten Quartal 2009 wird dann für die neue Abwicklungseinheit auch eine eigene Segmentberichterstattung eingeführt.

Eingebracht würden Flugzeug- und Schiffsfinanzierungen, strukturierte Wertpapiere (ABS) sowie Kredite mit Finanzinstitutionen und der öffentlichen Hand. Die Summe der Risikoaktiva in der Einheit erreiche rund 30 Mrd. Euro, hieß es. Weitere 40 Mrd. Euro sollen über das Geschäftsvolumen abgeschmolzen werden. Vollständig zur Disposition stehen dem Vernehmen nach auch die Osteuropa Hypo Group-Töchter Alpe Adria (HGAA) und die ungarische MKB, die zusammen auf eine Bilanzsumme von 50 Mrd. Euro kommen. "Beide Banken sollen die Kapitalmarktfähigkeit erreichen beziehungsweise verkauft werden", sagte ein Insider. Alle Maßnahmen zusammen würden zu einer Reduktion der Bilanzsumme von bis zu 120 Mrd. Euro führen. Ende 2008 hatte sie bei 421 Mrd. Euro gelegen.

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