Landesbanken: Hohe Hürden für Fusion von WestLB und BayernLB

Landesbanken
Hohe Hürden für Fusion von WestLB und BayernLB

Während BayernLB und WestLB mit der Detailarbeit beginnen, gibt die EU-Kommission einen Warnschuss ab: Größe allein sichert das Überleben nicht. Schon in den nächsten Tagen soll die wirtschaftliche Detailprüfung der Fusion beginnen.
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BERLIN/MÜNCHEN/FRANKFURT. Der Paukenschlag, den BayernLB und WestLB mit ihrer Ankündigung einer möglichen Fusion ausgelöst haben, ist noch nicht ganz verhallt, da gibt es schon erste Misstöne aus der EU-Kommission. Die Brüsseler Beamten warnten gestern, dass eine Zusammenlegung der beiden Landesbanken nicht alle Probleme lösen kann. „Angesichts der Tatsache, dass beide Banken sich in einem Restrukturierungsprozess befinden, führt eine Fusion nicht automatisch zur Wiederherstellung ihrer langfristigen Lebensfähigkeit“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in gewohnt analytischem Ton. „Die Kommission ist der größte Unsicherheitsfaktor“, hieß es daraufhin in Bankkreisen.

Berliner Finanzexperten loben das Vorhaben

Die Landesbanken in Düsseldorf und München wurden durch staatliche Hilfen in Milliardenhöhe gerettet, die Brüsseler Wettbewerbshüter haben die Pläne zur Sanierung aber noch nicht abschließend gebilligt. In Berlin gab es für das Vorhaben dennoch Lob. Die Finanzexperten der Koalition unterstützen die Fusionspläne. „Es ist ein gutes Signal, dass die Landesbanken und ihre Eigentümer die Chance für eine Neuordnung des Landesbankensektors nutzen wollen“, sagte der CDU-Finanzexperte Leo Dautzenberg dem Handelsblatt. Ziel müsse eine deutliche Verkleinerung des Sektors sein, erklärte er vor dem Landesbankengipfel von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der kommenden Woche.

Die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen und Bayern unterstützt eine Fusion ebenfalls, auch von den Sparkassenverbänden als Miteigentümer ist kein Widerstand zu erwarten. Damit könnte es erstmals nach unzähligen, gescheiterten Anläufen zur Konsolidierung der noch acht selbstständigen Landesbanken zu einem Durchbruch kommen.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen soll schon in den nächsten Tagen die Due Diligence, also die wirtschaftliche Detailprüfung der Fusion, beginnen. Dazu existieren schon Vorarbeiten, die dem Handelsblatt vorliegen. Danach soll die „LB neu“ – so der Arbeitstitel – hinter der Commerzbank zum „zweiten großen Unternehmensfinanzierer“ aufrücken. Das Geschäftsmodell soll sich auf „Großkunden und den Mittelstand“ sowie „Privat- und Immobilienkunden fokussieren“, heißt es in einer internen Präsentation. Die professionelle Beratung übernehmen die Deutsche Bank für die BayernLB und Morgan Stanley für die WestLB, erfuhr das Handelsblatt aus Bankkreisen.

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  • Wenn es stimmt, daß allein die DAX-Werte ca. 30 % ihres Kreditbedarfs bei den Landesbanken decken, wundert es schon, daß dieser Aspekt in der ganzen Diskussion bislang untergegangen ist. Großkreditgrenzen bzw Klumpenrisiko werden bei fusionierten instituten dazu führen, daß der eine oder andere Kreditnehmer sich dann zumindest partiell neue Kreditgeber suchen muß. Ob dies stets gelingt, ist mehr als zweifelhaft; die Folgen liegen auf der Hand.

  • beide institute haben einen absolut unbefriedigendes Ertrags-/Risikorelation und sind auf langer Sicht auf Stand-alone basis kaum überlebensfähig. Aus zwei "Zombies" (also Untoten) wird noch kein "Lebendiger". Warum also nicht geordnet abwickeln und dem Steuerzahler das permanente Drama ersparen. Das Geld wäre besser investiert im bereich bildung und Nachwuchs. Hier sind die Renditen langfristig betrachtet sicherlich kaum zu übertreffen.

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