Landesbanken

HSH sucht Käufer

HSH-Chef Stefan Ermisch hat den Auftrag, die Regionalbank zu verkaufen – oder sie abzuwickeln.  Die Stadt Hamburg setzt auf einen Verkauf der Bank an eine andere Landesbank. Doch noch ist kein Käufer in Sicht.
Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden. Quelle: dpa
HSH Nordbank in Hamburg

Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden.

(Foto: dpa)

HamburgDie Stadt Hamburg setzt auf einen Verkauf der HSH Nordbank an eine andere Landesbank. Laut Finanzsenator Peter Tschentscher gebe es aber auch andere Optionen. Grundsätzlich sei er zuversichtlich, dass die HSH trotz hoher Belastungen durch die Schiffskrise Interesse bei anderen Banken wecken werde.

„Ich gehe davon aus, dass strategische Investoren den Wert der HSH sehen“, sagte der SPD-Politiker. Er selbst sei bereits von Interessenten angesprochen worden.

Auch die beiden anderen norddeutschen Landesbanken leiden stark unter der Schiffskrise. Die NordLB will die Bremer Landesbank komplett übernehmen, um eine sich abzeichnende Kapitallücke bei der Tochter zu schließen. Derzeit ist das Land Bremen noch mit 41 Prozent an dem Institut beteiligt.

Aus Sicht von Tschentscher kommen auch andere Landesbanken als Partner für die HSH infrage. Auch diese müssten sich fragen, wo sie in zehn Jahren stehen wollten. BayernLB, LBBW, NordLB und Helaba haben jedoch bereits deutlich gemacht, dass sie kein Interesse an einer Übernahme der HSH haben.

Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden. Gelingt dies nicht, wird das Institut mit seinen rund 2000 Beschäftigten abgewickelt. Für den öffentlich-rechtlichen Sektor birgt das Thema Sprengkraft, warnen Banker und Experten, schließlich ist die HSH Mitglied im Haftungsverbund von Sparkassen und Landesbanken. Sollte weder ein Börsengang noch ein Verkauf der HSH gelingen, müssten sich die Institute mit Rettungsmaßnahmen befassen.

Da alle Landesbanken abgewinkt haben, hoffen viele öffentlich-rechtliche Banker auf einen Käufer aus dem Ausland. Investmentbanker glauben, dass sich vor allem asiatische Institute die HSH ansehen werden. Sie haben ihren Marktanteil in der Schiffsfinanzierung in den vergangenen Jahren bereits ausgebaut, in Südkorea und China sind große Werften beheimatet.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Die HSH hatte unlängst zu ihrer Entlastung faule Kredite im Volumen von fünf Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein übertragen. Im Gegenzug erhielt das Geldhaus 2,4 Milliarden Euro. Den Buchverlust von 2,6 Milliarden Euro rechnet die HSH gegen die Ländergarantie ab. Hamburg und Schleswig-Holstein, die zusammen 85 Prozent an der HSH Nordbank halten, hatten ihre Landesbank 2009 mit einer Kapitalspritze von drei Milliarden und einer Garantie von zehn Milliarden Euro gerettet, als das Geldhaus im Zuge der Finanzkrise zusammenzubrechen drohte. Die HSH hatte sich in eine gefährliche Lage gebracht, weil sie Anfang des Jahrtausends einen Börsengang anstrebte und rasch expandierte

  • rtr
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