Landesbanken-Konsolidierung: Sparkassen fordern für die WestLB „größere Lösung“

Landesbanken-Konsolidierung
Sparkassen fordern für die WestLB „größere Lösung“

Bei den öffentlich-rechtlichen Sparkassen zeichnet sich ein neuer Anlauf ab, um die Zahl der Landesbanken zu verringern. Die Helaba und die hessischen Sparkassen nehmen erneut die WestLB ins Visier, wollen aber keinen Alleingang mehr. Die Institute nähern sich spürbar an - einen "Supertanker" soll es jedoch nicht geben.
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FRANKFURT. Bei den öffentlich-rechtlichen Sparkassen zeichnet sich ein neuer Anlauf ab, um die Zahl der Landesbanken zu verringern. Gerhard Grandke, der Präsident des hessisch-thüringischen Sparkassenverbandes, will sich einer größeren "vernünftigen Lösung", an der sich mehrere Institute beteiligen, nicht verschließen. "Wir werden die WestLB nicht allein übernehmen. Wenn die deutsche Sparkassenorganisation das neu konfigurieren will, müssen wir über mehr Fälle sprechen", sagte Grandke auf einer Veranstaltung in Fulda.

Aufsichtsratschef der WestLB begrüßt neuen Vorstoß

Den regionalen Sparkassen von Grandke gehört die Mehrheit an der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die zu einem Nukleus in der Neuordnung zählen dürfte. Die Helaba ist bisher ohne hohe Verluste und staatliche Hilfen durch die Finanzkrise gekommen. Grandke lehnt es ganz klar ab, aus allen Landesbanken eine Megabank zu formen, das wäre dann aus seiner Sicht ein "Supertanker mit brandgefährlichem Charakter. Beobachter gehen davon aus, dass es bei der von Grandke angesprochenen "größeren Lösung" zu einer Verbindung von Helaba, WestLB, Dekabank und NordLB kommen könnte. "Es ist erfreulich, dass die Sparkassen in Hessen-Thüringen die Forderung nach einer Landesbanken-Konsolidierung unterstützen", sagte der rheinische Sparkassenpräsident Michael Breuer dem Handelsblatt. Bei diesem Prozess seien alle gut beraten, zunächst von den Chancen zu sprechen "und nicht direkt die Hürden für eine Lösung höher zu legen", ergänzte Breuer, der gleichzeitig Aufsichtsratschef der WestLB ist.

Für Grandke gehört auch die Landesbank Berlin (LBB) auf den Prüfstand für eine Fusion, hier befindet er sich aber im Meinungsstreit mit Heinrich Haasis, dem Präsidenten des bundesweiten Sparkassen-Dachverbandes DSGV. Haasis deutete jüngst öffentlich an, die LBB komme nicht infrage, weil sie im Kern aus der Berliner Sparkasse bestehe und "Sparkassen nicht in derartige Konzerne eingebracht werden sollten".

Die Diskussion um eine Verringerung der Zahl der noch acht selbstständigen Landesbanken wird seit Ende der achtziger Jahre geführt. Die meisten Anläufe scheiterten an Einzelinteressen der Eigentümer - mal waren es die Länder, mal die Sparkassen, die den Prozess blockierten. In der Finanzkrise hat sich die Lage der großen Landesbanken aber dramatisch verschlechtert, viele Länder mussten ihre Häuser mit milliardenschweren Kapitalhilfen und Garantien stützen, bei der WestLB sprang auch der Bund ein. Die Brüsseler Wettbewerbshüter verhängten für diese Beihilfen die Auflage, die Banken zu verkleinern. Jetzt drängen auch der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin und das Bundesfinanzministerium auf Fortschritte in der Konsolidierung. Der Bund sei zwar nicht in der Pflicht, er fordere aber tragfähige Geschäftsmodelle und nachhaltige Lösungen, heißt es in Berlin.

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  • Der bund steht in der Verantwortung die Länder zur Vernunft zu bringen.

    Deutschland hat Platz für maximal 3 Landesbanken, die ein eingegrenztes Geschäftsmodell mit Schwerpunkt Mittelstandsfinanzierung und der Unterstützung des Außenhandels, sowie der Geldversorgung der Sparkassen betreiben.

    Wenn die Struktur der 8 derzeit existierenden Landesbanken nicht schnell konsolidiert wird, wird dies die Steuerzahler noch weitere Milliardenbeträge kosten.

    Noch sind die Landespolitiker nicht bereit, ihre Macht und Einflüsse auf die Landesbanken aufzugeben und spekulieren immer noch auf "bessere Zeiten" ohne die Realisierung von aufgelaufenen Verlusten.

    Die EU und der bund muss dem riskanten Treiben auf Steuerzahlerskosten endlich ein Ende setzen. Entweder die "wackelnden institute" fusionieren schnell, oder die gesamten Landesbanken von WestLb, HSH-Nordbank, bayernLb und LbbW werden zwangsweise als Abwicklungsbank aufgelöst und verschwinden in spätestens 20 Jahren komplett vom Markt.

    Wir brauchen in Deutschland keine Politiker, die Großbank spielen. Die Risiken am Ende trägt nur der Steuerzahler - die unfähigen Politiker und deren Handlanger in der Vorstandsebene haben am Ende von Nichts eine Ahnung und nichts gewusst. in Deutschland beherrschen die 3 Affen (nichts hören, nichts sehen und nichts sprechen) die Vorstands- und Aufsichtsgremien der Landesbanken. Diesem Spiel muss endlich ein Ende gesetzt werden!

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